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KAT. - Sehnsucht

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Kat-Sehnsucht.jpg
Artist KAT.
Title Sehnsucht
Homepage KAT.
Label HÄNSSLER
Leserbewertung
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6.2/10 (11 Bewertungen)

Ich muss gestehen, der Hinweis, dass das Album zuerst in den christlichen Buchhandlungen erscheinen würde, hat mich ein wenig skeptisch gemacht. Was sollte mich da erwarten? Kirchentags-Gitarrengeklimper? Ich kann Entwarnung geben! KAT.s zweites Studioalbum „Sehnsucht“ ist auch für konfessionslose Hörer eine Empfehlung.

Anders als das 2005er Debüt „Polaroid of Truth“ diesmal komplett in deutsch und mit ruhig fließenden Songs statt mit epischen Rocksongs schafft Katrin Glenz alias KAT. es zu fesseln. Die starke religiöse Orientierung ist zwar nicht zu überhören, wirkt aber nicht aufdringlich oder missionarisch. „Wo die Nacht am tiefsten ist“ startet mit schönen Melodien und hörenswerten Texten. „Was Liebe ist“ könnte mit etwas mehr Glamour auch von ROSENSTOLZ stammen. Bei „Irgendwo da draußen“, „Himmelskörper“, „Ich weiß“ und „Ich sehne mich nach Dir“ übernimmt Björn Krüger, der auch für die Musik zuständig ist, die zweite Stimme, was den Songs eine weitere hörenswerte Nuance verleiht. „Sehnsucht“ lässt es im Vergleich zu „Vielleicht“ richtiggehend krachen, abermalige stimmliche Parallelen zu AnNa R. von ROSENSTOLZ sind unüberhörbar, ob die beiden ansonsten viel gemeinsam haben, muss ich leider unbeantwortet lassen. Gewittergrollen und Pianogeklimper eröffnen das sehr getragene „Kannst Du mich halten“, bevor „Kompass“ leicht jazzige Töne anschlägt. Zum Schluss wird’s mit „Ich tauche in den Abend“ dann doch noch mal ein bisschen kirchentagmäßig, aber das sei KAT. verziehen, liegt wahrscheinlich auch nur am eingesetzten Tamburin, das ich in diesem Zusammenhang gleich mit einem völlig unmusikalischen Glaubensverfechter aus meiner Jugend in Verbindung bringe, der damit jedes Lied der Jugendschola aus dem Rhythmus brachte.

Kaum zu glauben, dass die Dame schon bei COSTA CORDALIS im Backgroundchor gesungen hat und 2004 im Hamburger Stadtpark Support von P!NK war. Mit beiden würde man sie eher nicht in Verbindung bringen. „Sehnsucht“ lässt mit seinen luftigen Arrangements eher an DIDO oder COLDPLAY denken oder eben an eine „gottbefohlene“, sehr zahme Ausgabe von ROSENSTOLZ.

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