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KEN - I am thief

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Ken-I-am-Thief.jpg
Artist KEN
Title I am thief
Homepage KEN
Label STRANGE WAYS
Veröffentlichung 02.05.2005
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Es wäre mal interessant in Erfahrung zu bringen, wann die Coverversion eigentlich in Ugnade geriet. Während FRANK SINATRA, DEAN MARTIN, JIMI HENDRIX, die BYRDS und unzählige andere nun nicht unbedingt kleine Namen für ihre Interpretationen gefeiert wurden, erwartet man heutzutage von einem Künstler nicht nur, dass er bitteschön Gitarre, Schlagzeug, Drehleier und Kirchenorgel selbst spielt, sondern seine Songs gefälligst eigenhändig verfasst. Allen Abtrünnigen wird sofort Credibility und Künstlertum verwehrt.

Dahinter steckt eine falsche Erwartungshaltung und wohl auch das Verkennen einer einfachen Tatsache: Eine Band sollte machen, was sie am Besten kann. Nun weiß man von KEN bereits, dass sie im Stande sind, Songs zu schreiben und ihr zeitgleich erschienenes „Stop! Look! Sing Songs of Revolutions!“ fand auf diesen Seiten lobende Erwähnung. Dass ihr heimliches Lieblingstier nicht ein freudig mit dem Schwanz wedelnder Hund sondern die Elster ist, hätte da man nicht unbedingt erwartet. Ist vielleicht auch gar nicht so, denn mit seinem lockeren Titel und einem Sammelsurium aus 70er, 80er und 90er Songs, ohne die Hits und das Beste von Heute ist „I am Thief“ wohl eher die kleine Schwesterveröffentlichung zum eigentlichen Hauptwerk. Dass man nun alles nicht so eng nehmen sollte, ließe aber weder den gelungenen, noch den weniger großen Momenten dieser Scheibe Gerechtigkeit angedeihen. Der FLOCK OF SEAGULLS Klassiker „I ran“ ist nämlich ein wunderbarer Einstieg, dessen Retro-Touch ganz charmant und warm daherkommt, wenngleich man die Neonlichter noch flackern sieht. Höhepunkte gelingen der Band auch mit „Boris the Spider“ (THE WHO), welches prima als Untermalung eines wahnsinnigen Zirkusaktes durchginge, bei dem insektoide Mutanten in schwindelerregender Höhe auf dem Drahtseil Flickflacks schlagen sowie PANTERAs „I’m Broken“ im Western-Style. „Stronger“, bei den SUGABABES eine Art Parabel über Pubertät und Emanzipation, findet im orchestralen Gewand sogar eine erstaunliche Nähe zu RADIOHEAD. Der Rest des Albums allerdings ist zumeist lieblos und von irritierender Beliebigkeit. „View from a Bridge“ geht die Grandeur des Kim Wildschen Orginals ab, aus KRISTIN HERSHs zärtlicher Beschwörung „Your Ghost“ wird eine Lagerfeuer-Gruselgeschichte und die zornentbrannten Ausbrüche, die PETER GABRIELs „Digging in the Dirt“ zu einem Meisterwerk machten, verwandeln sich bei KEN in eine Ohnmachtsbekundung.

Was aber am schmerzlichsten fehlt, ist ein roter Faden. „I am thief“ mutet wie einer der Sampler an, den man inzwischen zu jeder Musikzeitschrift geliefert kriegt, mit einigen überraschenden Songs und viel Standardware.. Umgerechnet kosten die 50 cent, dieses Album aber 16 Euro. Dazwischen klafft ein leidliches großes Loch.

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Ken 'I am thief' Tracklist
1. I Ran Button MP3 bestellen
2. Only Shallow Button MP3 bestellen
3. View From A Bridge Button MP3 bestellen
4. Your Ghost Button MP3 bestellen
5. Digging In The Dirt Button MP3 bestellen
6. I'm Broken Button MP3 bestellen
7. Wir müssen hier raus
8. Boris The Spider Button MP3 bestellen
9. Afro Blue
10. Stronger Button MP3 bestellen
11. I Am Thief Button MP3 bestellen
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