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KINO - Picture

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Artist KINO
Title Picture
Homepage KINO
Label INSIDE OUT
Veröffentlichung 28.02.2005
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Ein umgekippter Popcorneimer, leere Sitze: Der Starstreifen namens TRANSATLANTIC hat nach dem Ausstieg von Neal Morse ein vorläufiges Ende genommen, doch fordert ein eisernes Gesetz des Geschäfts, die Show müsse weiter gehen. Dies ist also die „Supergroup nach der Supergroup“ und ein freudiger Beweis dafür, dass dabei weder Eitelkeit noch Einbildung eine Rolle spielen müssen und das Engagement der Plattenfirma nicht immer zu kreativem Unfug führt.

Denn es ist maßgeblich InsideOut Chef Thomas Waber zu verdanken, dass sich aus der Asche von TRANSATLANTIC und unter Einbeziehung anderer namhafter Projekte eine frische Konstellation zusammenfügte, die nun aus Pete Trewavas (MARILLION), Chris Maitland (PORCUPINE TREE), John Beck (IT BITES) und John Mitchell (ARENA) besteht. Dabei sollten alle TRANSATLANTIC-Fans beachten, dass sich aus deren Reihen nur Trewavas Bass in die neue Besetzung herübergerettet hat und auch die übrigen Musiker weniger im frickligen, als im atmosphärischen, harmonielastigen Bereich des Progrock zu hause sind. Selbst das einleitende „Loser’s Day Parade“ steht zu diesen Fakten nicht im Widerspruch, räkelt sich zwar neun Minuten lang ausgiebig in vielschichtigen Formen, besticht aber vor allem durch eine gekonnte Hart/ Sanft Dynamik und ein wunderbares, unaufgeregtes Finale. Die übrigen Stücke halten sich hingegen zumeist streng an das Strophe/ Bridge/ Refrain-Schema, welches nur gelegentlich durch subtile Rhythmusverschiebungen und ausscherende Breaks aufgelockert wird. Dabei erweisen sich KINO weniger als eine Band der Extreme, sondern als eine der fließenden Übergänge: Die Kompositionen bleiben sogar bei aggressiveren Soli auf dem Boden, die Stimmungsumschwünge geschehen graduell und eher im Albumverlauf als auf Songlänge. Weswegen die Scheibe sowohl angenehm vertraut, als auch äußerst abwechslungsreich anmutet. Anderseits hat man innerhalb dieses Konzepts wohl bewusst auf sensationelle Single-Kandidaten verzichtet. Neben dem bereits genannten „Loser’s Day Parade“ begeistern vor allem das mit neongreller Harmonik und unterdrückter Wut marschierende „Swimming in Women“ und „Leave a Light on“, das so klingt, als spiele THE POLICE Robert Smiths „A Forest“. Die Texte drehen sich immer wieder um die ewig ungelöste Frage, wie man damit umgeht, jemanden zu lieben, der einen nicht zurückliebt – stand da etwa eine Beziehungskrise Pate?

Natürlich böte das reichlich Stoff für Hollywood-Emotionen und überspitzte Dramatik. Doch haben sich KINO für einen weniger epischen, dafür aber wärmeren Weg entschieden. Und in den abschließenden zweieinhalb Minuten wird der Albumtitel noch einmal relativiert: Das, was man sich unter „Picture“ vorstellte, war kein Zelluloid-Traum, sondern ein einfaches Foto. Die sympathischste Supergroup seit langem.

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Kino 'Picture' Tracklist
1. Losers day parade
2. Letting go Button MP3 bestellen
3. Leave a light on
4. Swimming in women
5. People Button MP3 bestellen
6. All you see
7. Perfect tense
8. Room for two
9. Holding on
10. Picture Button MP3 bestellen
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