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KLAUS SCHULZE - In Blue

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Artist KLAUS SCHULZE
Title In Blue
Homepage KLAUS SCHULZE
Label INSIDEOUT MUSIC
Veröffentlichung 18.04.2005
Leserbewertung
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Als “In Blue” 1995 erschien, gab es in der kleinen, aber fanatischen Liebhabergemeinde einen handfesten Eklat: Albrecht Piltz, Redakteur für die „Keyboards“, dem damals wohl einzigen Forum für die Szene, verriss die Scheibe und sah sich in der Folge einer Flut aus wütenden Briefen und Unverständnisäußerungen ausgesetzt.

Inzwischen sind die Wogen wieder geglättet, noch in der Ausgabe vom darauf folgenden Monat verwandelte Piltz seine Kritik in eine begeisterte Lobesrede und darf nun für die Neuauflage ein Interview mit dem Komponisten führen. Es ist leicht zu erkennen, worauf die initiale Ablehnung fußt. Mit zehn Alben in vier Jahren hatte SCHULZE seinen neuen, Sample-orientierten Stil einem zunächst skeptischen Publikum nahe gebracht, dafür viel Ablehnung und Enttäuschung kassiert. Zudem war ihm gleich zu Anfang mit dem schillernden und vor Ideen geradezu überschäumenden „Beyond Recall“ ein Meilenstein gelungen, der kaum noch zu überbieten schien. „In Blue“ setzt die Reihe der Veröffentlichungen dieser Zeit nahtlos fort, basiert also weiterhin auf surrealen Sounds, sakralen Chören, Percussionsketten und ausgedehnten Soli. Doch auch wenn SCHULZE hier nicht alles anders macht als auf den vorangegangenen Werken, macht er doch, die SPD könnte sich einiges davon abschneiden, beinahe alles besser. Das vor harmonischer Spannung berstende Intro zu „Into the Blue“ ist lediglich ein Vorgeschmack auf eine Orgie aus zarten Harfenklängen, zurückhaltender Klarinette, aufgeregter Flöte und explosiver Gitarre. Donnernde Pauken bahnen sich einen Weg durch das rhythmische Gestrüpp und dicke Schichten aus technoiden Impulsen und flirrender Elektronik. Auf der zweiten CD markiert „Return of the Tempel“ ein neuerliches Treffen mit Manuel Göttsching zu einer dreiviertelstündigen Exkursion, die in ihrer Exzentrik und mit ihren ungestümen Duellen zwischen E-Gitarre und Saxophon beinahe free-jazzig daherkommt. Das abschließende „Serenade in Blue“ wirkt dann wie ein versöhnlicher, kammermusikalischer Ausklang, ein lieblicher Tagtraum mit klassischem Flair. Aus dem ursprünglichen Doppelalbum wird durch eine CD mit Bonustracks sogar ein waschechtes Boxset. Vielleicht ist das diesmal doch etwas übertrieben, denn während die feinfühlige Acidmeditation „Return of the Tempel 2“ der gesamten Regie junger Laptoptüftler zeigt, was eine Harke ist, hätte es des Etikettenschwindels „Out of the Blue 2“ nicht bedurft (ist in Wahrheit ein Rückgriff auf die frühen 80er).

Was die Ausnahmestellung dieses Werkes kein bisschen schmälert. „In Blue“ bedeutet ja soviel wie „zu Tode betrübt“, aber stattdessen machen einen diese wunderbaren und berückenden Stücke unglaublich glücklich.

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Klaus Schulze 'In Blue' Tracklist
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2. Blowin' The Blues Away Button MP3 bestellen
3. Blue Moods Button MP3 bestellen
4. Wild And Blue Button MP3 bestellen
5. Out Of The Blue Button MP3 bestellen
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