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KLAUS SCHULZE - Le Moulin de Daudet

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Klaus-Schulze-Moulin-Daudet.jpg
Artist KLAUS SCHULZE
Title Le Moulin de Daudet
Homepage KLAUS SCHULZE
Label INSIDE OUT MUSIC/ REVISITED RECORDS
Veröffentlichung ..
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Dass “Le Moulin de Daudet” bei der Wiederveröffentlichung des gesamten KLAUS SCHULZE-Backkatalogs den Anfang macht, mag zunächst verwundern: Ein Soundtrack, ein Seitensprung, ein vermeintliches Nebenwerk – so urteilte man damals. Wer indes die Ohren spitzte, wusste es schon bald besser und sicherte sich ein Album, das sich rasch ausverkaufte und für gute zehn Jahre nicht mehr regulär erhältlich blieb.

Das hätte wohl nicht einmal der Komponist selbst erwartet, denn in gewisser Weise stellt die Scheibe ein beträchtliches künstlerisches Wagnis dar: Die ansonsten so grenzenlos ausschweifende Musik SCHULZEs, zerhackselt und mundgerecht portioniert? Dass dies tatsächlich gelingt, kann man heute, mit dem entsprechenden zeitlichen Abstand, bedeutend einfacher erklären. Denn obwohl die auf „Le Moulin“ Verwendung findenden Elemente im wesentlichen identisch sind mit denen der fantastischen Frühwerke der 90er, als der Drumcomputer endlosen Percussionsketten Platz machte und der Sampler in das Zentrum des Geschehens rückte, wurden sie nie so konzise eingesetzt wie hier: Die weit ausholenden Kompositionen von „Beyond Recall“ ziehen sich in ihr Schneckenhaus zurück und im Vergleich mit dem Overkill der „Royal Festival Hall“ ist dies hier beinahe schon Kammermusik. Pizzicato-Streicher, rhythmische Chorvokalisen, verträumte Flötenoasen, energisches Piano und entrückte Spieluhren gleiten aneinander vorbei, verbinden sich, oder machen, wie in „Le Petit Dauphin I“, zwei Minuten lang einsam im leeren Raum verhallenden Schlagzeugspuren Platz. Dabei ist die Atmosphäre keineswegs unverbindlicher oder zerrissener als beim epischen SCHULZE – eher im Gegenteil. Und in den feinen thematischen Variationen, harmonischen Verschiebungen und subtilen melodischen Motiven bleibt seine Handschrift jederzeit erkennbar.

So schließt jeder der 21 zum Teil nicht einmal eine Minute langen Tracks nahtlos an den nächsten an – der schönste musikalische Flickenteppich. Mit dem viertelstündigen Bonustrack „The Ion Perspective“ ist der Kaufanreiz sogar für die wenigen Besitzer der Erstauflage gewaltig: Denn der ist mit groovigen Beats, irren Sounds und mexikanischer Trompete (!) zwar wesentlich weltlicher und weniger wundersam, dafür aber mindestens genauso wundervoll geraten.

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