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KLAUS SCHULZE - Picture Music

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Artist KLAUS SCHULZE
Title Picture Music
Homepage KLAUS SCHULZE
Label INSIDEOUT
Veröffentlichung 18.04.2005
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

“Picture Music” war, was KLAUS SCHULZE immer schon machen wollte: Klänge als Öl auf einer privaten Leinwand, Reisen in fremde, emotionale Landschaften. Man darf den Albumtitel deswegen als Credo verstehen, welches genau zu dem Zeitpunkt seinen Einstand feierte, als sich sein Werk in eine neue Richtung zu bewegen begann.

Während die beiden Debütscheiben mit ihrer fast statischen Klangästhetik und krasser Avantgardementalität nämlich noch als eine Art Protest gegen das, was man angeblich nicht durfte und sollte verstanden werden können, fand mit „Black Dance“ und eben „Picture Musik“ allmählich der Schlagzeuger in SCHULZE wieder einen Weg in die Kompositionen. Das wird auf de B-Seite der ursprünglichen Platte am Deutlichsten, dem 23-minütigen „Mental Door“. Während die Synthies sich bizarr in alle Richtungen krümmen und Melodielinien bilden, die selbst nach einem halben Liter LSD kaum nachzuvollziehen sind, bahnt sich das scheppernde Schlagzeug wüst und entschlossen einen Weg durch den leeren Raum. In seiner Radikalität ist dieses Stück bis heute unübertroffen und dürfte all denen gefallen, denen die Keyboardsoli sogar der ausgefallensten Progrock-Combos zu brav und kaffeehausgemütlich erscheinen. Besser noch allerdings das einführende „Totem“, eine dreidimensionale musikalische Vision voller Wahrheit und Wahn: Ein fragiles Muster aus weichen Glockentönen bildet einen konstanten rhythmischen Impuls, harmonische Nebel ziehen auf, Themen tauchen auf und versinken wieder unter der Wahrnehmbarkeitsschwelle. Das Ausschweifende ist hier gerade beabsichtigt und ein wirkliches Ende haben diese sonischen Gemälde nicht – wie die noch einmal zehn Minuten längere Alternativfassung belegt, welche der Neuauflage nun unter dem Titel „C’est pas la meme chose“ angehängt wurde. Und tatsächlich durchschreitet man diese Welt niemals mit gleichem Blick.

Spannend auch, dass „Totem“ ziemlich genau da aufhört, wo 1975 „Timewind“ ansetzte, SCHULZEs Durchbruchalbum, zumindest in Frankreich. Da wurde der hauchdünne Beat zu einem an- und abebbenden Sturm, der Prophezeiungen und Mysterien flüsterte. Die Reise, sie ging weiter.

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Klaus Schulze 'Picture Music' Tracklist
1. Totem - Schulze,Klaus Button MP3 bestellen
2. Mental Door - Schulze,Klaus Button MP3 bestellen
3. C'est Pas La Meme Chose - Schulze,Klaus Button MP3 bestellen
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