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KLAUS SCHULZE - X

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Artist KLAUS SCHULZE
Title X
Homepage KLAUS SCHULZE
Label INSIDE OUT MUSIC/ REVISITED RECORDS
Veröffentlichung 31.01.2005
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Der Titel des Albums ist nur wenig enigmatisch: Einfachen Konventionen folgend dient das „X“ sowohl als römische Kennung für das zehnte Solo-Werk im Katalog sowie als Platzhalter für sechs historische Persönlichkeiten, denen eine tonale Widmung widerfährt. Etwas Ähnliches hatte SCHULZE ja schon 1975 versucht, als er sich mittels des „Timewind“ auf eine Reise ins Todesjahr Richard Wagners begab – wenngleich es sich dabei weniger um eine Biographie handelte, als eine Art intimer Kontaktaufnahme mit einem Bewunderten.

So einfach sich also das Prinzip hinter diesem Album ausnimmt, so mysteriös und abgründig bleibt die Musik. Was natürlich in erster Linie mit den hier Portraitierten zu tun hat, meist Kranken ohne Chance auf Heilung oder Erlösung. Weder Nietzsche (Wahnsinn), noch Kleist (Selbstmord durch Ertränken) oder Trakl (Überdosis Kokain) wären am Rosenmontag ideale Begleiter gewesen und gegen die 18-minütige Widmung für Friedemann Bach klingt jedes Doom-Metal Epos wie Händels „Halleluja“. Über die Länge letztgenannten Werkes sollte man sich besser erst gar nicht wundern, denn wenn Geiz geil ist, dürfte „X.“ das wohl ungeilste Album aller Zeiten sein. In der ursprünglichen Fassung bereits auf drei LPs verteilt, kommt es nun dank Bonustrack und einer erweiterten „Trakl“-Fassung auf satte drei Stunden. Da braucht es schon etwas Geduld, die Tiefen und verborgenen Falltüren der dargestellten Psychen auszuloten. Die Mühe indes lohnt sich, denn alleine schon der flirrende Blade-Runner Moog-Rock von „Frank Herbert“ und der pechschwarze, zäh fließende Seelenschleim von „Heinrich von Kleist“ sind das gesamte Geld wert. Den atemberaubenden Höhepunkt erreicht die Scheibe aber im unsterblichen Elektronik-Klassiker „Ludwig II. von Bayern“, als nach einem unwirklich-faszinierenden Streichensemble-Flirt plötzlich die Musik im Moment zu erstarren scheint, ganz so, als wehe ein fröstelnder Wind über ein silbergraues Meer aus gefrorenen Wellen.

Danach, das muss auch SCHULZE gespürt haben, hatte seine Musik einen natürlichen Wendepunkt erreicht. Eine Platte mit Vokalexperimenten und ein Live-Album rundeten sanft eine bedeutende und aufwühlende Ära ab. Dann fanden Digitaltechnik und Drumcomputer ihren Weg in die Studios – die 80er begannen.

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Klaus Schulze 'X' Tracklist
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