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KONZIS - Scheißegal was morgen kommt

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Konzis-Scheissegal-Was-Morgen-Kommt
Artist KONZIS
Title Scheißegal was morgen kommt
Homepage KONZIS
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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9.8/10 (10 Bewertungen)

„Deutschen Rock mit einer deftigen Portion Härte gibt es nicht? Gibt`s doch!“ So lautet der erste Satz der Bandbiografie auf der Homepage der KONZIS. Die Jungs aus Gütersloh und Paderborn hatten sich zunächst dem Punk verschrieben. Jedoch entwickelte sich durch mehrere Besetzungswechsel der unverkennbare Sound der Truppe. Das heutige Quartett klingt zunächst ein wenig nach KÄRBHOLZ, bei genauerem Hinhören werden allerdings schnell einige Unterschiede klar. Im Endeffekt kann man sagen, die KONZIS, wie sie heute sind, spielen Deutschrock, basierend auf für dieses Genre relativ harten Riffs, die etwas an die KRAWALLBRÜDER erinnern und mit oft positiven Texten. Allerdings werden auch Missstände angeprangert. Die Stimme von Sänger Olli Wood passt dabei perfekt ins Gesamtkonzept und ist absolut unverkennbar. Die KONZIS machten bisher vor allem als Vorband der KNEIPENTERRORISTEN auf sich aufmerksam, waren jedoch auch schon im Rundfunk und im Fernsehen präsent. Gegründet in der ersten Dekade des “neuen” Jahrtausends wie die Band es auf Facebook angibt, um genau zu sein 2006, veröffentlichten sie 2011 ihr Debüt mit dem Titel „Die Hölle kann warten“. Daraufhin ließen sie ihre Fans warten, nämlich fünf Jahre, bis nun endlich das zweite Werk mit dem Titel „Scheiß egal was morgen kommt“ erschienen ist.

Das Album ist geradlinig und Linientreu. Bereits bei den ersten Klängen wird klar, dass es sich hier um die KONZIS handelt. Nach einem Klavierintro im ersten Song „Macht die Straßen frei“ wird in dem rhythmischen Rocksong auch ganz klar gemacht, um welche Band es sich handelt. Denn die Kernaussage lautet: Macht die Straßen frei, denn die KONZIS sind wieder da! Der darauf folgende Track mit Namen „Hass, Wut und Gier“ erklärt dem Hörer, er solle auf sich selbst hören und sich nicht verrückt machen. Das alles verpackt in einen geradlinigen Rocksong, dessen Refrain Ohrwurmcharakter hat. „Der Lügen Wahrheit“ dagegen beschreibt mit einem ähnlichen Songkonzept einen Menschen, der das Gegenteil von dem verkörpert, was im Song davor angepriesen wird. „Wieder von Vorne“ dagegen beginnt sehr ruhig. Auch der Gesang wirkt zu Beginn recht bedrückt. Doch nach einigen Sekunden geht es schnell und rockig weiter mit einer sich ständig steigernden Leadgitarre. Natürlich darf auch eine Lobeshymne auf wahre Freunde nicht fehlen. Diese liefern die Ostwestfalen mit dem Titel „Wie Brüder“. Das dann folgende „Der Morgen danach“ handelt von genau dem, was der Titel ankündigt, dem Morgen nach einer durchzechten Nacht. Jedoch ist das Machwerk weniger lethargisch als die meisten Songs, die sich dieses Themas annehmen. Einer der ruhigsten Songs der Scheibe ist die Rockballade „Dem Glück entgegen“. Der rockige Refrain bietet dabei einen tollen Kontrast zur Strophe. Der Text ist als Ermutigung für jeden, der harte Zeiten durchmacht oder durchgemacht hat, zu sehen. Somit ist der ruhigste auch der positivste Song des Langplayers. Was dann kommt, bildet wieder einen Kontrast. Auf den ruhigsten Track folgt nämlich der härteste, der gleichsam der „Negativste“ ist. In „Falsches Spiel“ wird ein Mensch beschrieben, der nahezu alle negativen Eigenschaften in sich vereint. „Trinkt mit uns“ ist erneut eine Ode an wilde Nächte. Der schnelle Rockbrecher „Schöne neue Welt“ erzählt vom Traum einer besseren Welt. „Bube, Dame, König“ handelt wieder von einem eher schlechten Menschen, der gerne gefährliche Spiele spielt und sich damit ins Abseits der Gesellschaft katapultiert, auch hier wird wieder eine schnelle, rockige Schiene gefahren. Den Abschluss macht „Neue Geschichten, alter Glanz“ hier erinnern mich die Riffs ganz besonders an die KRAWALLBRÜDER, was keineswegs negativ gemeint ist. Der Song ist eher im Mittempo gehalten aber recht hart und wieder durch die Bank weg positiv. Es ist ein Aufruf, sein Leben zu genießen und das Beste daraus zu machen.

Fazit: Die KONZIS liefern eine rockige Scheibe mit haufenweise Ohrwurmgarantie ab. Meist schnell, aber nie eintönig ballern sie den Hörern Metalriffs zu rockigem, deutschem Gesang entgegen und brechen dabei mit manch einem ungeschriebenen Gesetz, was die Grundstimmung in Verbindung zur Thematik eines Songs angeht. Wer – so wie ich, bevor ich diese CD erhalten habe -, noch nie etwas von den KONZIS gehört hat, der sollte diesen Missstand schnellstens beseitigen. Denn diese Band wird sich in der Deutschrockszene noch einen Namen machen. Und nicht nur in dieser. Leute macht die Straßen frei, die KONZIS sind unterwegs!

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