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KORDAN - The Longing

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Kordan-The-Longing.jpg
Artist KORDAN
Title The Longing
Homepage KORDAN
Label LAST BUMMER RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

KORDAN haben ihre Ursprünge in der Indie-Rock-Szene Puerto Ricos des frühen 21. Jahrtausends. Über Umwege haben sich die drei Mitglieder Arthur (voc/ git), Liz (voc/ synth) und Gabo (bass) dann in New York wiedergefunden, wo sie KORDAN schließlich gründeten, ihren Drumcomputer anschmissen, die Shoegaze-Gitarren ans Netz nahmen und zur glockenhellen Stimme ihres Fronters Arthur unterkühlte Elektronik an den Mann bzw. die Frau bringen.

Ihr erster Lonplayer „The Longing“ erzählt eine Liebesgeschichte, die im Jahr 2036 in einem düsteren Vorort Tokios spielt. Dort sucht inmitten von Millionen Menschen ein einsamer Mensch seine große Liebe, die er vor Jahren aus den Augen verloren hat. Diese Story haben KORDAN in elf Songs verpackt, die sehr distanziert mit „Dawn“ beginnt. „Shinjuku“ bringt ebenso wie „Fantasy Nation“ tanzbares Tempo ins Spiel, bleibt jedoch in bester Shoegaze-Tradition unnahbar und zerbrechlich. „Tokyo Tears“ fängt derweil den pulsierenden Rhythmus der hektischen Metropole ein und auch „Colours“ setzt auf New-Wave-Sounds, wenngleich die Ausführung deutlich zurückhaltender ausgefallen ist. Durch „Closer“ schimmert fragile Dunkelheit, die bei „Dream“ süßer Monotonie weicht. Davon ist bei „Mirror“ nichts mehr zu spüren. Die Geschäftigkeit der Großstadt spiegelt sich in der Musik ebenso wie dies in „Hologram“ der Fall ist, während „Ghosts“ bizarr wirkende Geister ruft. Bleibt noch die Redux-Version von „Dawn“, die mit verstörenden Klängen das Ende weist.

An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir von KORDAN mehr Drive gewünscht, aber unter dem Aspekt, dass hier eine ganz spezielle Geschichte erzählt werden soll, passt die musikalische Umsetzung durchaus. Mit ihrem Mix aus New Wave, Shoegaze und Elektro fängt der Dreier gekonnt die Atmosphäre einer seelenlosen Millionenstadt ein, deren Einwohner rastlos auf der Suche nach einem Ausweg aus der allgegenwärtigen Einsamkeit sind.

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