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KRONOS - Colossal Titan Strife

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Artist KRONOS
Title Colossal Titan Strife
Homepage KRONOS
Label XTREEM MUSIC
Leserbewertung
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Der Maitre-Marcel Effekt: Beim Edeka kaufte ich mir einmal einen Dijon-Senf, der nicht nur mit dem Aufdruck „Der Originale“, sondern zudem mit dem zwar kleingedruckten, doch vertrauenerregenden Zusatz „mittelscharf“ versehen war. Freundlich sah mich ein wohlgelaunter Franzose unter seiner lustig auf dem Kopf thronenden Kochmütze an, das musste der besagte Marcel sein. Von diesem netten älteren Mann und den beinahe wie Salbei aussehenden Senfpflänzchen auf dem Etikett beruhigt, schmierte ich mir die gelbe Paste schön dick auf mein Käsesandwich und biss erwartungsfroh und herzhaft ab. Innerhalb weniger Sekunden füllten riesige Tränen mein Gesicht und entflammte meine Nase, als habe jemand sie mit Salzsäure bearbeitet, ein schöner Streich!

Genauso, bloss umgekehrt verhält es sich mit dem neuen, zweiten Album der Franzosen KRONOS. Die Webseite der Gruppe trägt den Titel kronosbrutaldeath, das Label nennt ihren Stil schlicht „Brutal Death Metal“ und das Presseinfo spricht von der brutalsten französischen Death Metal Band, von einem super-tighten, brutalen Death Metal, sowie von super-brutalen Vocals. Dazu kommt noch ungefähr ein ganzes Dutzend weiterer „brutaler“ Worte und das Alles in einem winzigen Absatz, auf dem nicht mal meine Kaffetasse Platz hat. Was für brutale Bastarde das wohl sein müssen, denkt man sich und bekommt fast Angst, die CD einzulegen. Man tut es dann natürlich doch und wird in jeder Hinsicht überrascht. Natürlich hat die Musik so viel mit dem allglatten Schmusepop eines ENRIQUE IGLESIAS zu tun wie ich mit Anna Kournikova, doch obwohl das hier wirklich Death Metal in reinster Form ist, muss die Band in Sachen purer Heavyness bereits einigen Labelkollegen wie VORKREIST oder VISCERAL DAMAGE den Vortritt lassen. Dass dies aber in keinster Weise den Genuss des schön BORGIR-haft betitelten „Colossal Titan Strife“ schmälert, ist die zweite Überraschung. Das tatsächlich abgrundtiefe, eher an Grindbands erinnernde Gegrunze wird von eingängigen Gitarrenmotiven überlagert, die immer wieder durch markante Breaks und überraschende Übergänge aufgelockert werden. Das brillante „Aeternum Pharaos Curse“ ist dann im Grunde genommen reiner Bay Area Thrash, nur ein Level höher und, ähm, „brutaler“.

Die Serie ausgezeichneter Veröffentlichungen des Xtreem Music Labels setzt sich also mit dieser Veröffentlichung fort und man darf gespannt beobachten, ob KRONOS mit diesem, textlich übrigens die griechische Mythologie erkundenden, Werk die bereits sehr ordentlichen Verkaufszahlen des Vorgängers noch übertreffen kann. Der Maitre-Marcel Effekt jedenfalls ist schon mal kein schlechtes Zeichen, denn trotz des ersten Schockeffekts brauche ich diesen Senf-Kick immer wieder, stets aufs Neue.

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