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LACRIMOSA - Elodia

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Lacrimosa-Elodia.jpg
Artist LACRIMOSA
Title Elodia
Homepage LACRIMOSA
Label HALL OF SERMON
Veröffentlichung 08.09.2006
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Nach 6 herausgebrachten Alben und 4 Singles erschien 1999 ein weiteres Album von LACRIMOSA. Der Name „Elodia“ lässt wieder ein Mal erahnen, dass Tilo Wolff und Arne Nurmi auch hier wieder ihr gesamtes Herzblut reingelegt haben. Nach den direkten Vorgängerwerken („Stille“ 1997 und „Live“ 1998) hatte man längst den Eindruck gewonnen, dass die beiden sich eine kleine Pause gegönnt haben, um dieses bombastische Werk zu veröffentlichen. Dieses dauert dann auch immerhin zwei lange Jahre (die Livescheibe nicht mitgerechnet). Aber das Ergebnis ist wahrlich eine Überraschung für alle Fans. Die sonst etwas rockigeren und düsteren Scheiben werden nun durch eine ganz neue musikalische Aufmachung abgelöst. „Elodia“ ist das erste Konzeptalbum, bei dem LACRIMOSA sich mit mehreren Orchestern, u.a. dem London Symphony Orchestra, zusammen gefunden haben, um ihre Lieder einzuspielen. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Das Album umfasst acht Tracks mit einer Gesamtlänge von 55:73 Min. Die verschiedenen Songs sind in 3 Akte aufgeteilt worden. Wieder einmal sind die Texte sehr gefühlvoll geschrieben und beschäftigen sich ausschließlich mit dem alltäglichen Problem einer Beziehung.

Akt 1:
Los geht es mit dem Opener „Am Ende der Stille“, ein eher unscheinbarer Song, der allerdings durch seine Länge von 8:05 Min. die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers erfordert, um seine Besonderheiten heraus zu hören. Diese bestehen insbesondere in der Ausdruckweise des Gesangs in Verbindung mit der musikalischen Verbindung. Alles in allem eine gute Mischung, sehr für die Fans zu empfehlen, die eher die ruhigen Songs des Duos mögen. Track 2 „Alleine zu Zweit“, die bekannte Singleauskoppelung, füllt in den Discos die Tanzflächen in bester Manier. Ein schöner, gefühlvoller Song für alle Bewegungsdurstigen (ist allerdings nicht für Leute zu empfehlen, die gerade an Liebeskummer leiden…). Track 3 „Halt mich“ beschreibt sehr schön das Gefühl des „Verlassenswerdens“ in Verbindung mit dem Flehen nach Wiederkehr. Ein Song, der durch den Einsatz von Geigen unterstützt wird. Eher etwas ruhiger, aber mit sehr bewegenden Zwischentakten. Track 4 „Turning Point“ wird ausschließlich von Anne gesungen, die dort eine „Bestandsaufnahme“ ihres eigenen Ichs durchführt und mit einem gefühlvollen Gesang die richtige Stimmung in den Gesang hinein legt. Unterstützt wird sie dabei von ein paar Streichern, einer Flöte und wenigen Klavierklängen. Ein eher ruhiger Song, der aber mitten ins Herz geht.

Akt 2:
Track 5 “Ich verlasse heute Dein Herz”, ein sehr trauriger Song, der den Abschied von einer Person beschreibt. Auch wieder Mal sehr gefühlvoll gesungen, und der musikalische Hintergrund wirkt am Anfang etwas düster, geht dann aber in immer „hellere“ Phasen über. Der Song beginnt ganz langsam und wird gegen Ende deutlich schneller. Wäre auch tanzbar, ist aber für Discotheken im Schnitt doch etwas zu ruhig. Auch der kurze Gesangspart von Anne würde das nicht ändern können. Track 6 „ Dich zu töten fiel mir schwer“ ist diesmal die umgekehrte Sichtweise in Bezug auf das bereits erwähnte „Turning Point“: Hier wird die Sichtweise des Mannes beschrieben. Es wird darin sehr gut deutlich, dass Sichtweisen und Gefühlsebene von Mann und Frau doch sehr unterschiedlich sein können. Der Song wird sehr aggressiv gesungen und durch die entsprechende musikalische Aufmachung abgerundet (Chor in Verbindung mit Geigen im Hintergrund). Erstmals wird wieder eine Gitarre benutzt, um die Härte des Liedes zu unterstreichen. Die Besonderheit hier liegt im Gesang: Anne singt den Strophen-Part, während Tilo den Refrain intoniert.

Akt 3:
Track 7 „Sanctus“, der längste Track auf diesem Album bringt es auf eine Länge von 14:09 Min. Eine schöne Komposition, der wieder jede erdenkliche Aufmerksamkeit benötigt. Ein gelungener/ ruhiger klassischer Anfang mit Geigen, Flöte und Klavier. Zuerst singt der Chor eine Art Hymne, um dem Song die richtige Einleitung zu geben, dann wird die musikalische Ausdrucksweise härter und der Gesang von Tilo setzt ein. Wieder Mal gefühlvoll gesungen, um dem Text die passende Stimmung zu geben. Es klingt so sehr nach Wehklage, was durch die einsetzende Gitarre bestens unterstrichen wird. Track 8 „Am Ende stehen wir zwei“ ist der traurige Abschluss dieses wunderbaren Albums. Anne und Tilo singen diesen Song gemeinsam. Ein eher rockiger Song, der die Stimmung des Textes wunderbar wiedergeben kann. Es geht wohl eher um die Thematik eines neuen Versuches, wo man hinterher dann doch einsehen muss, dass es nicht funktioniert.

Alles in allem ein sehr gelungenes Konzeptalbum mit vielen starken Songs und Überraschungen. Nach den rockigeren und düsteren Alben kann man nun sagen, dass die musikalische Weiterentwicklung von LACRIMOSA deutlich erkennbar wird. Wie wir jetzt wissen, bestätigten die nachfolgenden Veröffentlichungen den musikalischen Reifeprozess.

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Lacrimosa 'Elodia' Tracklist
1. Am Ende der Stille Button MP3 bestellen
2. Alleine zu zweit Button MP3 bestellen
3. Halt mich Button MP3 bestellen
4. The turning point Button MP3 bestellen
5. Ich verlasse heut' Dein Herz Button MP3 bestellen
6. Dich zu töten fiel mir schwer
7. Sanctus Button MP3 bestellen
8. Am Ende stehen wir zwei Button MP3 bestellen
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