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LACRIMOSA - Lichtgestalt

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Lacrimosa-Lichtgestalt.jpg
Artist LACRIMOSA
Title Lichtgestalt
Homepage LACRIMOSA
Label HALL OF SERMON
Veröffentlichung 08.09.2006
Leserbewertung
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7.0/10 (4 Bewertungen)

Der Clown hat seine Maskerade abgestreift, präsentiert sich nackt, schutzlos und verletzbar – als „Lichtgestalt“. Lange musste der geneigte Hörer warten, doch nun ist es soweit, ein neues Album von LACRIMOSA steht in den Läden. Und einmal mehr scheint es, als könne man eine gewisse autobiographische Komponente nicht leugnen. Immerhin hat auch Tilo Wolff der Theaterschminke Lebewohl gesagt, den Undercut herauswachsen lassen und präsentiert sich jetzt als seriöser Gothdandy. Man wird eben älter und reifer, der ANDREW LLOYD WEBBER der Gruftszene macht da keine Ausnahme. Kann man das von den LACRIMOSA-Veröffentlichungen ebenfalls behaupten?

Ruhiger ist die Platte auf jeden Fall geraten, und insgesamt weniger düster als der Vorgänger. Insofern passt der Titel schon zum Inhalt, auch wenn man mit diesem Wort sofort Beckenbauer’schen Größenwahn assoziieren mag. Die Epik ist geblieben – wie immer mindestens 2 Stücke, welche die Zehnminutengrenze überschreiten -, das Orchestrale auch. Was wäre auch LACRIMOSA ohne das alles? Nur mehr beliebig. Insofern ist natürlich auch das Schweizer Duo Wolff/ Nurmi seinen Charakteristika treu geblieben. Doch was ist nun (vom Inhalt abgesehen) neu? Ruhiger, wie schon erwähnt, und elegischer präsentiert sich „Lichtgestalt“, technisch bis ins letzte ausgefeilt. Der Vergleich zum Gottvater des Phantoms der Oper ist nicht ohne Hintergedanken gezogen: Perfektion, Glätte, Eingängigkeit schallt mir schon beim Opener „Sapphire“ in bester Musicalmanier entgegen. Doch wo sind die Reibungsflächen, die das Herz wundscheuern, die Energie, die einen umzuwerfen droht? Es gibt Alben von LACRIMOSA, die das bei mir geschafft haben! Hat nicht einmal Tilo Wolff behauptet, er wolle bewusst nicht schön singen, wer so etwas hören wolle, solle sich Pavarotti reinziehen? Teilweise klingt es nun, als wolle er einem Operettensänger Konkurrenz machen. Schön, aber glatt; eine Spur zu glatt. Selbst wenn einem wie bei „Lichtgestalt“ oder „Letzte Ausfahrt: Leben“ die Gitarrenriffs entgegendonnern, scheint jemand die mit einer Feile nachbearbeitet zu haben. Das Ergebnis ist eine Mischung aus Chanson, Musical und Progrock plus Orchester. Objektiv ist daran überhaupt nichts auszusetzen, irgendwie fehlt mir aber die emotionale Bindung zu den Liedern, um vollkommen überzeugt zu werden.

Bei „My last Goodbye“ steuert Anne Nurmi ihren üblichen kleinen Vokalpart bei, das viertelstündige „Hohelied der Liebe“, dessen Text ausnahmsweise nicht aus der Wolff’schen Feder, sondern der Bibel stammt, wartet mit bekannt bombastischen Chören auf und beschließt „Lichtgestalt“. Als Bonus gibt es noch eine Pianoversion von „The party is over“, welches schon im Original sehr balladesk daherkommt. Die instrumentale Vielfalt ist jedenfalls wieder einmal sehr erstaunlich, und nach einigem Durchhören schleichen sich doch einige der rockigeren Stücke hartnäckiger in mein Ohr. Mein Herz allerdings wird sich wohl weiterhin an der „Stille“ und „Elodia“ aufreiben…

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Lacrimosa 'Lichtgestalt' Tracklist
1. Sapphire Button MP3 bestellen
2. Kelch der Liebe Button MP3 bestellen
3. Lichtgestalt Button MP3 bestellen
4. Nachtschatten Button MP3 bestellen
5. My Last Goodbye Button MP3 bestellen
6. The Party Is Over Button MP3 bestellen
7. Letzte Ausfahrt: Leben Button MP3 bestellen
8. Hohelied der Liebe Button MP3 bestellen
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