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LADY BLOODY MARY - [entartete_kunst] – postmodern pessimism creation

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Artist LADY BLOODY MARY
Title [entartete_kunst] – postmodern pessimism creation
Homepage LADY BLOODY MARY
Label EIGENPRODUKTION
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Wer hat denn gesagt, dass Musik immer gefallen muss? Wachschütteln soll sie, aufrütteln und eine neue Perspektive aufzeigen! Schönheit, soviel muss angemerkt werden, ist im Gegensatz zu Qualität tatsächlich ein relatives Gut und das widerspenstige Element in der Kunst hat nun mal gänzlich natürlicherweise eine hässliche Fratze. Deswegen muss man an diese Scheibe ein wenig anders herangehen als an, sagen wir mal, die neue KYLIE.

Denn deren Knackebacken streifen diesen düsteren Bastard nicht einmal mehr im Vorübergehen – wann auch immer der Industrialrock Teil der Alltagskultur war, jetzt ist er es nicht mehr. Nicht einmal dann, wenn sich wie bei LADY BLOODY MARY Parallelen zu gestandenen Genregrößen ziehen ließen. So wurde in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Combo der Name MARILYN MANSON erwähnt und war von dessen früher Phase die Rede, was beides zutrifft. Dabei ist „postmodern_pessimism_creation“ keineswegs reine Heldenverehrung. Wenn zwischendurch klare Gitarren und klarer Gesang auftauchen und selbst unter grobkörnigen Drums der Song erkennbar bleibt oder hymnische Punchlines mit erhobener Faust skandiert werden, tritt durchwegs auch ein eigenes Gesicht zutage. Sicherlich, dies ist kein Album der zimperlichen Sorte. Schroffe Rhythmen- und Tempiwechsel, bratende Gitarren und Reißwolfvocals bestimmen selbst in den eingängigeren Momenten den Ton. Anderseits handelt es sich eben auch um kein Album, welches von einer eingeschränkten Weltsicht zeugt: Quasi-Metal, Industrial, Noise, Elektronik – alles ist dabei. Diese Eklektik rettet das Album in den einleitenden, groben Titeln vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit – denn während die Stücke für sich genommen nicht immer voll zu überzeugen wissen, machen sie im Gesamtkontext vollkommen Sinn. Gegen Ende werden dann die länger ausgesponnenen, ausgefeilteren Songs aufgefahren und startet das Album richtig durch. Höhepunkt dabei: „Dusk in Sweet Valley“, ein sehnsüchtig vorgetragener Racheschwur, der sich vor einer stetig anschwellenden Geräuschkulisse zu einem Schrei der Wut steigert: „I am shattering myself/ I broke myself in two/ I’ll break myself in thousand pieces/ Just to kill you“.

Ein Geniestreich ist dies noch lange nicht. Dafür aber eine Scheibe, die einen nicht loslässt und die man immer wieder auflegen möchte, um genauer nachzuhören, um sich provozieren, aber auch um sich berauschen zu lassen. Das ist mehr, als 90% der Konkurrenz zu bieten hat. Das ist, so hart es auch klingen mag, sogar mehr als KYLIE zu bieten hat.

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