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LAIBACH - Divided States of America (DVD)

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Artist LAIBACH
Title Divided States of America (DVD)
Homepage LAIBACH
Label MUTE
Veröffentlichung 06.04.2012
Leserbewertung
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4.7/10 (3 Bewertungen)

Mit “Divided States of America” liegt nun bereits der dritte Teil einer Dokumentationsreihe der slowenischen Band LAIBACH vor. Wieder ist die DVD in zwei Bereiche unterteilt. Ein komplettes Live-Konzert, mitgeschnitten im La Loco, Paris, am 13.12.2004 und der titelgebenden Dokumentation.

Da hier an anderer Stelle schon zwei Berichte zur selben Tour (Bielefeld und Köln) zu finden sind, die fast eine identische Setlist wie das Konzert im La Loco aufweisen, gehe ich hier nur kurz drauf ein und verweise auf zwei Lieder, die für mich besonders die Intensität und Kraft widerspiegeln, für welche LAIBACH steht. Der Opener “B’Machina”, auf der einen Seite sehr minimalistisch konzipiert, entfaltet er im Livekonzept, durch das Zusammenspiel von Gitarre, Drums und Synth eine Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Auf der anderen Seite “Tanz mit Laibach”, monoton und mit wummernden Bässen ausgestattet geht dieser Song durch Mark und Bein.

Übersetzt bedeutet “Divided States of America” die “gespaltenen Staaten von Amerika”, gedreht wurde diese Dokumentation auf ihrer vierten großen US-Tour, die einen Tag nach Bekanntgabe des 2004er Wahlergebnisses in Washington DC begann und insgesamt 15 Konzerte in Nordamerika umfasste. Was mir gleich beim ersten Durchlauf auffiel, bzw. wo ich starke Parallelen ziehen konnte, der Stil dieser Doku hat mich die ganze Zeit sehr an die Arbeitsweise von Michael Moore erinnert, ebenso wie der bekannte Provokateur gehen LAIBACH teils pfiffig, teils doch recht plakativ und subjektiv vor. Auf 63 Minuten sieht der Zuschauer eine Collage aus kurzen Konzertmitschnitten, Interviews mit Zuschauern und “Chefideologe” Ivan Nowak sowie schriftliche Statements der Bands auf schwarzem Hintergrund, die teils untermauern sollen, wie deutlich LAIBACH im Recht sind. Wenn es 1996 in “God is God” heißt: “You shall see hell all clear in the sky, you shall see darkness, you shall see good and evil, you shall see city walls crumble and towers fall” muss man nicht lange rätseln, wo LAIBACH hinwollen, was sie dort vorausgesehen und das sie prophetische Fähigkeiten haben.

Viele Stimmen der Zuschauer setzen sich kritisch mit dem auseinander, was derzeit in den Staaten passiert, teils sind Aussagen der Zuschauer direkt im Kontext zu Äußerungen von Politikern zu sehen. Auf der einen Seite: “Wir dürfen Vorsicht nicht mit Verfolgungswahn verwechseln” – auf der anderen ist von einer „Präventiv-Strategie” die Rede, Amerika müsse sich aktiv schützen, neu denken und handeln. Sehr interessant sind auch die Aussagen, die der Philosoph Peter Mlakar während eines Konzertes getroffen hat, man erfährt, dass LAIBACH Bush so sehen, dass er sehr viel über Moral und Gott definiert, während LAIBACH die aktuellen US of A als ein Land voll unendlich Schlechtem ansehen, das seine Freiheit und Sicherheit auf Gewalt, Rache und Hass gegenüber allen aufbaut, die sich diesem “Way of Life” entgegen stellen (könnten). Als Interviewpartner von LAIBACH hat man wohl auch keinen leichten Stand, kurze Fetzen eines Interviews mit Iwan lassen den Eindruck zu, dass die Herren gerne mit ihrem jeweiligen Gegenüber “spielen”. Auf der Tour wurde z.B. ein Poster gezeigt, auf dem Milan in Uniform, mit Baby und Binde zu sehen ist, als der Interviewer fragt, wie es kommt, dass mit alten faschistoiden Symbolen gespielt wird, wird einfach lapidar geantwortet: “Das ist doch die US-Uniform”. Im Laufe der 63 Minuten entsteht der Eindruck, dass in den USA derzeit viel über Manipulation und Stimulation von aus LAIBACHs Sicht niedrigsten Instinkten läuft, untermalt von Bildern, die während der US-Tour “on the road” gedreht wurden. Die Botschaft dieser Doku ist ganz klar, wenn sich Amerika mit seiner Scheuklappeneinstellung nicht bald ändert, wird es ihnen so gehen, wie jedem großen Weltreich, eigentlich ist genau dies durch die Historie bewiesen.

Insgesamt erinnert das ganze schon ein wenig an einen perfekt durchgestylten medialen LAIBACH-Werbefilm und vom Auditorium sind nur euphorische Stimmen zu hören. So werden ihre Konzerte als religiöse, spirituelle und auch sexuelle Erfahrung geschildert. Perfektes durchdachtes Marketing, dazu passt auch ein weiteres Statement: “Popmusik ist für Schafe, und wir sind die Schäfer im Wolfspelz”. Dualismus und Konfusion sollten ihre Aussagen schon immer erreichen, eben dies ist vielen zu viel des Guten/ Schlechten.

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