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LAPKO - Scandal

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Lapko-Scandal.jpg
Artist LAPKO
Title Scandal
Homepage LAPKO
Label FULLSTEAM RECORDS
Veröffentlichung 21.05.2002
Leserbewertung
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7.3/10 (7 Bewertungen)

„I feel so confused“ – eine gellende Stimme bahnt sich ihren Weg über eine dunkle Gitarrenwand und ich bin mir sicher, Brian Molko ist gerade etwas merkwürdiges zugestoßen. Aber diese androgyne Stimme gehört nicht Herrn Molko, sondern einem Herrn Malja. Der lebt in Finnland und macht Musik mit zwei Kollegen: Herrn Nordberg am Bass und Herrn Heikkonen an den Drums. Herr Malja hängt sich dabei noch eine Gitarre um. Seit 1996 ist das Trio am Start und nach ihrem Debüt „The Arms“ aus dem Jahr 2004 ist „Scandal“ ihr zweites Werk, mit dem sie in Finnland gleich Platz 2 der offiziellen Albumcharts erreichten. Wie Eingangs erwähnt, wird es wohl jedem Rezensenten schwer fallen, aufgrund der ausgefallenen Stimme den Namen PLACEBO unerwähnt zu lassen, dennoch haben wir es hier keineswegs mit einem Plagiat zu tun, von daher folgt nun ein entsprechender Abgrenzungsversuch.

Nach dem Intro geht es zunächst mit „The arms“ recht eingängig weiter, denn auch im LAPKO-Sound ist die Melancholie ein wichtiger Bestandteil, wird aber durch jede Menge Wut und Aufbegehren ergänzt, ein erstes Brodeln ist bereits hier zu verspüren. „Pistol in a way“ setzt sich mit seinem schönen Refrain gleich in meinen Gehörgängen fest und ist wahrscheinlich aufgrund seiner konventionellen Songstruktur das radiokompatibelste Stück des Albums, während die meisten anderen Titel dahingehend progressiver ausfallen. Mit „All the best girls“ wird die Stimmung fiebriger und erinnert mächtig an die deutschen Kollegen REVOLT, besonders was die Art der Instrumentalisierung und den Verzicht auf jeglichen elektronischen Firlefanz betrifft. Mit „Fire Horses“ und dem Titelsong „Scandal“ wird es immer holpriger und sperriger, so das „Date with time“ eine willkommene Zäsur zwischen Kollaps und Wahnsinn darstellt. Wunderbare 2 Minuten, in denen Herr Maljas Stimme nach bester Finnenart nur mit einigen Akkorden auf der Akustik-Gitarre und dem Cello unterlegt ist, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Doch gleich geht es aufgedreht weiter und auch durch die folgenden 4 Stücke singt sich Malja wie kurz vorm Hyperventilieren, ehe er bei dunklen Gitarrenklängen und „End of the month“ endlich Ruhe findet.

Mit „Scandal“ ist dem Trio ein extremes, intensives und sehr eigenständiges Album gelungen, das die Hörerschaft sicherlich schnell in zwei Lager spalten wird. Denen, die diese Mischung schon beim ersten Mal enervierend finden und denen, die diese kollabierende Depri-Mucke mit jedem Hördurchgang spannender finden. Ich persönlich gehöre zu letzteren.

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