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LAST SOULS - Inner Voices

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Artist LAST SOULS
Title Inner Voices
Homepage LAST SOULS
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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Die letzten Seelen des extremen Metal werden Enrico, Andrea und Francesco wohl nicht sein, doch hat ihr Versuch schon etwas Endgültiges an sich. Oder zumindest etwas von einem finalen Statement. Denn wohin können sie selbst nach diesem Brocken noch gehen, welche Untiefen noch ausloten?

Dabei ist „Inner Voices“ ja nur eine Promo-CD mit drei Titeln. Doch bringen diese immerhin geschlagene 22 Minuten auf die Wage und finden sich in ihnen mehr bemerkenswerte Ideen als auf so manchem Sampler. Opener „The Martyr“ ist noch das harmloseste Projektil: Über rohen Gitarrenbreitwänden wird abwechselnd gekeift und wie aus dem Maulwurfshügel gegrunzt, während sich melodische Leads über eine diabolisch trappsende Double-Bass legen. Angenehm vage und offen immerhin der Text: „I’m falling into the darkness, surroundes by snake eyes/ In this cold place I just feel that I’m not alone in my pain“ – bei Italienern kann man nie ganz sicher sein, ob da jetzt die satanische Sehnsucht nach dem Tod oder die christliche Hoffnung auf Erlösung besungen wird. Richtig zur Sache geht es dann aber in „We will rise“: Ein abgedrehtes, hohes Thrash-Riff eröffnet, glitzernde Arpeggien übernehmen, die Stimme zieht sich hinter einen Vorhang aus zerfetzten Gliedmaßen zurück und urplötzlich taucht ein Spinett auf, nur um alsbald wieder zu entfliehen. Im abschließenden „Voices“ fahren LAST SOULS dann alles auf, was gerade in ihrer Rumpelkammer zur Verfügung stand: Schwermütige Elegien, wüste Ausbrüche, Tempiwechsel en masse, drogenumnebelte Soli, IRON MAIDEN mit Reißzwecken an den Fußsohlen. Dem Sound fehlt deutlich an Tiefe, doch mache die Musiker das durch ihr engagiertes Spiel mehr als wett.

Wohin es noch gehen kann, wird einem erst klar, wenn der erste, überwältigende Eindruck abgeklungen ist: Zu einem dreidimensionaleren Klangbild, zu geschmeidigeren Übergängen und vor allem zu einem Werk auf Albumlänge. Wir hoffen jedenfalls, dass dies nicht die letzten Worte der Band waren.

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