Terrorverlag > Blog > LAVAVEIN > Octopus

Band Filter

LAVAVEIN - Octopus

VN:F [1.9.22_1171]
Lavavein-Octopus.jpg
Artist LAVAVEIN
Title Octopus
Homepage LAVAVEIN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.5/10 (14 Bewertungen)

Vier Jahre hat es gedauert bis zum neuen Album der Ostwestfalen LAVAVEIN, nun ist es da, hört auf den Namen „Octopus“ und bietet dem geneigten Hörer ein breitgefächertes Spektrum an harter Rockmusik. Letzteres erstreckt sich nicht nur auf die Länge der einzelnen Tracks, die vom kurzen und knackigen Rocker bis hin zum episch-ausladenden Elfminüter reicht, sondern auch auf die Inhaltstoffe der Musik.

LAVAVEIN zeigen sich auf „Octopus“ einerseits tief verwurzelt im klassischen Riff- oder auch Blues Rock, wie er heute nur noch vereinzelt dargeboten wird. Dem gegenüber stehen andererseits schleppende, hypnotische Stoner-Elemente, die im Endeffekt maßgeblich Raum im Gesamtkontext des Albums einnehmen. Untermalt (und manchmal leider sogar ein wenig überdeckt) wird diese Mixtur vom Pathos-geschwängerten Gesang von Björn Brei, der stellenweise an die verschollenen INCHTABOKATABLES erinnert. Eben dieser Gesang, der durchaus zu den zuweilen ebenfalls ein wenig pathetisch anmutenden Texten (z.B. „Das Aurora-Experiment“) passt, sorgt dann in Verbindung mit der angesprochenen Rock-Würzmischung dafür, dass man LAVAVEIN nicht mehr so einfach unter dem Label Stoner Rock einsortieren kann, sondern das die Herren direkt zwischen mehreren Stühlen Platz genommen haben. Allerdings erwecken sie dabei nicht den Eindruck, versehentlich aus Unachtsamkeit dort hingefallen zu sein, sondern als hätten sie es sich dort viel eher absichtlich gemütlich gemacht. Daran ist ja nun auch wirklich nichts auszusetzen, nur wie das eben manchmal so ist, wenn man ohne jegliche flauschige Polsterung auf einem rohen und unbehandelten Fußboden hockt, dessen Dielen (sprich Songs) die eine oder andere kleine Unebenheit aufweisen: Nach einer gewissen Zeit fängt es an verschiedenen Stellen an, ein wenig unbequem zu werden und man bekommt das Bedürfnis, sich vielleicht doch mal kurz auf einen der umstehenden Stühle zu setzen. Das tun LAVAVEIN dann auch tatsächlich mit „Way To Magmatide“, dem letzten Song auf „Octopus“, der noch einmal richtige, glühend heiße Lava durch die Venen pumpt und andeutet, wohin die Reise der Band vielleicht noch führen kann.

Insgesamt wirkt „Octopus“ streckenweise ein wenig zu unausgegoren. Es ist definitiv kein langweiliges oder gar schwaches Album, es gibt weder handwerklich noch hinsichtlich des Songwritings irgendwelche groben Mängel zu verzeichnen, allein das Mischungsverhältnis der einzelnen Zutaten ist noch nicht vollständig homogen. Es fehlt sozusagen noch das kleine Sitzkissen zwischen den Stühlen, das diese so einladende Position noch ein kleines Quäntchen gemütlicher macht. Die Fähigkeit, ein solches zu finden, haben LAVAVEIN definitiv.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

LAVAVEIN - Weitere Rezensionen

Mehr zu LAVAVEIN