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LEECH WOMAN - Uncertainty Device # 26573

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Artist LEECH WOMAN
Title Uncertainty Device # 26573
Homepage LEECH WOMAN
Label WASP FACTORY RECORDINGS
Veröffentlichung 24.09.2007
Leserbewertung
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P. DIDDY hat nach eigenem Bekunden den Remix erfunden und da er nach vielen, vielen Jahren endlich den Wunsch aller musikliebenden Zeitgenossen erhört und sein letztes Album angekündigt hat, lassen wir das einfach mal so stehen. Eine kleine Aufwertung hat die Neuinterpretation des klanglichen Rohmaterials in den letzten Jahren durch einige bemerkenswerte kommerzielle (J-LO! LINKIN PARK!) und wenige grandiose künstlerische (EVERYTHING BUT THE GIRL! MOLOKO!) Erfolge zwar erhalten, doch gehört es immer noch zum guten Ton, dem Remixalbum zu allererst einmal Überflüssigkeit und Geldgier vorzuwerfen, es für Fremde als Griff in die Tonne zu verurteilen und für Fans zum reinen Sammlerobjekt ohne immateriellen Wertbestandteil zu degradieren.

Tatsächlich gibt es gerade im Industrialbereich zwei grundlegende Probleme in dieser Hinsicht: Zum einen müssen die immergleichen bekannten Namen für derartige Projekte herhalten und zum Zweiten wagt niemand wenigstens ansatzweise mal, sich aus dem Fenster zu lehnen und Brücken zu benachbarten Genres zu schlagen. Da macht „Uncertainty Device“ eine willkommene Ausnahme und der Name ist hier tatsächlich Programm: Fest steht lediglich, dass sich 18 Acts an 8 Tracks der englischen Noise-Terroristen gewagt haben, alles Weitere gerät zur Überraschung und zum Aufbruch. Denn obwohl man sich bewusst dem Diktat des Dancefloors widersetzen wollte, packen einen die Beats direkt bei den Beinen: 2Step und Drill n Bass regieren, wie in dem manischen „Broken Wank Mix“ von MATT GREEN oder TARANTELLA SERPENTINEs Bearbeitung von „Tool“. An anderer Stelle schleudert und schreddert es wie in AUTECHREs Waschsalon oder werden Samples aufs Geratewohl zusammengelötet, als stehe AKUFEN unter Koks. Den Vogel abgeschossen hat aber NOISE CREATOR, bei dessen militärischen Marschrythmen das Medley aus „Solid State“ und „Fedrill“ zum Triumph gerät und abseits vom Original eine hundertprozentige Existenzberechtigung erhält. Anleihen an Techno und Acid hätte man sich dann aber genauso sparen können wie das schale Klaviergeplänkel von THE DARK HALF – das hätten DAS ICH auf jeden Fall besser hinbekommen.

Genau die wollte man hier aber eben nicht sehen und bei der Fülle des Materials sind kleine Patzer unumgänglich. Wer den Begriff Industrial nicht ausschließlich THROBBING GRISTLE auf der einen oder NINE INCH NAILS auf der anderen Seite zuordnet, es gerne mal deftig mag und eine Entdeckungsreise durch den Untergrund einer sicheren Kaffeefahrt vorzieht, liegt hier goldrichtig. Alle anderen können ja bei P. DIDDY bleiben.

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Amanda Leigh 'Uncertainty Device # 26573' Tracklist
1. Amanda's Song
2. Halfway Home
3. Spearfish Canyon
4. One Night Stand
5. Don't Even Think About It
6. What's Wrong with Me

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