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LEFT RIGHT HERE - Short Story Long

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Artist LEFT RIGHT HERE
Title Short Story Long
Homepage LEFT RIGHT HERE
Label MATHILDAS TONTRÄGER
Leserbewertung
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8.0/10 (4 Bewertungen)

LEFT RIGHT HERE, ihres Zeichens eine Emo/ Punkrockkombo aus Minden, ist eine von vielen jüngeren Bands aus der Region. Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 und Auftritten mit Bands wie BOY SETS FIRE, MUFF POTTER oder STRUNG OUT sind sie nun soweit und legen ihr Debütalbum “short story long” vor. Ihr Sound ist flott und erinnert, nicht zuletzt durch den Gesang des Vokalisten Daniel, sehr an junge amerikanischen Bands wie SUM 41. Diese Einordnung wird vielen Leuten helfen, denn entweder mag man diese Art des Punkgesanges, den man im Englischen euphemistisch “close harmony singing” nennen würde, oder man empfindet ihn als extrem nervig. Man darf sich innerlich schon einmal darauf vorbereiten, häufig damit konfrontiert zu werden, dass der Sänger an seine stimmlichen Grenzen stößt und sein Organ entweder in den Höhen unangenehm schrill wird oder aber in den Tiefen absäuft.

Textlich orientieren sich LEFT RIGHT HERE eher an persönlichen, emotionalen Themen als dass sie sich auf politische Themen konzentrieren würden. Es dominiert eine Stimmung aus Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und Unzufriedenheit, die sich durch das gesamte Album zieht. Einzelne Stücke herauszuheben erweist sich als schwer. Hier ist es schade, dass man von der Band nur sehr wenige Facetten gezeigt bekommt. Es fehlen aggressivere Texte, die etwas mehr Biss haben, man findet keine wirklich positiveren Stücke, keine Balladen und keine persönlichen Geschichten, die etwas aus dem Rahmen fallen würden. So hat man schnell das Gefühl, schon alles gehört zu haben, was LEFT RIGHT HERE einem mitteilen wollen. Zumal viele der Lyrics zu großen Teilen aus schon zu oft gehörten Phrasen zusammengesetzt scheinen, hört man einfach zu schnell weg.

Zum Glück kann man sich ziemlich an dem Gitarrensound festhalten, der für gute Laune sorgt, die amerikanische Strandstimmung aufnimmt und den negativeren Lyrics etwas entgegenzusetzen weiß. Wer diese Art Punkrock mag, wird daran also sicherlich eine Weile seine Freude haben. Freunde kritischerer Texte und tiefgründigeren Aussagen werden wahrscheinlich sowieso lieber weghören und sich ihr Ohrenfutter abseits der Beachboy-Melancholie suchen. Wer unsicher ist, ist herzlich eingeladen, sich die Homepage der Band anzusehen. Er wird mit einer hübschen Blümchentapete und übersichtlichem Design belohnt.

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