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LEICHENWETTER - Klage

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Leichenwetter-Klage.jpg
Artist LEICHENWETTER
Title Klage
Homepage LEICHENWETTER
Label METAL AXE
Veröffentlichung 04.05.2007
Leserbewertung
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6.5/10 (4 Bewertungen)

„Die Textauswahl erfolgt fernab RAMMSTEIN’scher Metzgerreime oder amtlicher Hochschullyrik…“ – Manchmal können Promoinfos schaden… und ich MAG LEICHENWETTER! Das „verrückte“ Quintett aus dem sauerländischen Iserlohn kehrt dieser Tage mit dem zweiten regulären Album auf die mediale Bildfläche zurück. Und immer noch werden sie die alternative Musikgemeinde spalten: Lieben oder hassen, dazwischen scheint es nichts zu geben. Für Uneingeweihte: LEICHENWETTER praktizieren einen Mix aus Metal, Gothic und Elektronik, wobei sie lyrisch auf die Erzeugnisse berühmter deutscher Dichter und Denker zurückgreifen. In diesem Falle etwa Hesse, Benn, Schiller, Heine oder Trakl. Das erfordert enorme Vorbereitungszeit und Kleinarbeit, die Verse in ein metallisches Reimschemata zu quetschen, dafür schon mal alle Achtung. Wer aber eine Abneigung gegen Pathos und Pomp hegt oder gar stupides Gebrettere bevorzugt, liegt auf der Wetterkarte völlig daneben, hier sollte man schon ein wenig open-minded sein.

Nach kurzem Sample Beat steigt der Opener „Altes Lied“ vergleichsweise hard-rockig ein, dieses Stilmittel wird auch im folgenden immer wieder gerne angewandt. Alsbald wird der aufmerksame Zuhörer mit der großen Stärke der Formation bekannt gemacht: NUMENs unnachahmliche Stimme, die fast ein wenig operesk und zumindest sehr einladend die ganz großen Melodiebögen einleitet. Ohne ihn wäre die Instrumentalsektion nur die Hälfte wert, die solide aber bisweilen auch mal etwas bieder auftritt. Die folgenden „Klage“ und „Allerseelen“ leiden ein wenig unter der simplen Wortwiederholung im Refrain, letztgenanntes entwickelt aber dennoch genügend Pfeffer und wartet zudem mit ein paar orientalischen Einsprengseln auf. Danach wird es gefühlvoller, mit „Sehnsucht“ und dem „Schwanenlied“ wird eher die Gothic Fraktion bedient, die ob der großen Gesten frohlocken dürfte. Zwischen diesen Polen pendeln sich auch die übrigen Kompositionen ein, die qualitativ kaum abfallen, insofern macht das neue „Werk“ für mich einen deutlich homogeneren Eindruck als das Labeldebüt, wo neben den „alten“ Knallern auch ein paar „Fülltitel“ Einzug gehalten hatten.

Der ganz große Aha-Effekt kann anno 2007 nicht mehr erzielt werden, dafür beweisen LEICHENWETTER, dass ihr einzigartiges Konzept auch auf Dauer tragfähig ist, und live sind sie sowieso eine Bank. Lediglich die beiden sehr elektronischen Remixe am Ende (von EINZ und CÉLESTE NOIR) werden eher metalorientierte Hörer ziemlich abschrecken, sicher nicht das, was man auf einem Label namens Metal Axe erwarten würde. Aber die Scheibe dürfte ihre Fans bis dahin locker gefunden haben, ebenso wie die Kritiker, aber besser polarisieren als weichgespülten Radiodreck zu produzieren.

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