Terrorverlag > Blog > LES HOMMES SAUVAGES > Vive La Trance

Band Filter

LES HOMMES SAUVAGES - Vive La Trance

VN:F [1.9.22_1171]
Les-Hommes-Sauvages-Vive-La-Trance.jpg
Artist LES HOMMES SAUVAGES
Title Vive La Trance
Homepage LES HOMMES SAUVAGES
Label DISQUES SAUVAGES
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.8/10 (54 Bewertungen)

Mit „Vive La Trance” legt die Berliner Kapelle LES HOMMES SAUVAGES („Die wilden Menschen”) ihren dritten Longplayer vor, der wie die Vorgänger „Playtime” (2005) und „Trafic“ (2007) in Eigenregie entstanden ist. Genau genommen nicht komplett in Eigenregie, denn bei der Hälfte der Songs haben sich Kristof Hahn und Viola Limpert gemeinsam mit ihren zahlreichen Gastmusikern bei Tracks von Kollegen bedient, denen sie ihre ganz eigene Handschrift verpasst haben.

Angefangen beim Opener „Gottseidank nicht in England“, der ursprünglich auf der FEHLFARBEN-Platte „Monarchie und Alltag“ erschienen ist und mithilfe jaulender Orgelsounds zum LES-HOMMES-SAUVAGES-Gewächs wird. Einer meiner Favoriten ist „Astronomy“, der bereits Ende der Achtziger von THIN WHITE ROPE auf „The Spanish Cave“ zu hören war. Heuer bestimmen grandiose Slidegitarren und die Stimmen der Hauptprotagonisten Limpert/ Hahn das Geschehen, ehe es mit einem weiteren Duett nicht minder fesselnd weitergeht. Hier stand LEE HAZLEWOOD mit seinem „Your Thunder And Your Lightning“ Pate und irgendwie liegt beim Hören der Nummer ein Vergleich mit HAZLEWOOD und NANCY SINATRA nahe. Wobei die gute Viola hier mit BELA B einen neuen Sangespartner erhalten hat, mit dem sie ebenfalls hervorragend harmoniert. Nach diesen treibenden Hooks, geht es mit „La Rivière“ deutlich entschleunigt weiter. Genau wie „Jean Genet“ und „Au Dessus de la Ville“ zählt es zu den Eigenkompositionen, die in französischer Sprache vorgetragen werden und in Zusammenarbeit mit dem französischen Lyriker und ehemaligen Chansonier Eric LeMarechal entstanden sind. Mit dem verträumten „Dying On The Vine“ nehmen sich die Hauptstädter eines JOHN-CALE-Songs an, der 1983 auf „Caribean Sunset“ veröffentlicht wurde und bei LES HOMMES SAUVAGES mit zarten Pianoklängen, dezenten Langäxten und dem bewährten gemischtgeschlechtlichen Gesang gefällt. „Sad And Lonesome“ hatte Kristof Hahn einst für seine ehemalige Band KOOLKINGS geschrieben, deren Tage allerdings schnell gezählt waren. Umso schöner, dass die wunderbare Ballade an dieser Stelle zu neuem Leben erweckt wurde. Bei„Me And My Gun“ (im Original von JULY 14TH) steht eine etwas härter Gangart auf dem Programm. Weshalb zu Orgel und Gitarre alsbald der Kopf zu nicken beginnt und auch die Beine wollen nicht lange stillstehen, ehe es mit dem finalen „Halbe Nacht“ aus der Feder von Viola Limpert deutschsprachigen Pop auf die Ohren gibt, der von einer bezaubernden Trompete begleitet wird.

LES HOMMES SAUVAGES vereinen auf ihrem dritten Silberling Leichtigkeit und Tiefgang zu zehn wunderbaren Liedern, die zu hören schlicht und ergreifend Spaß macht. Trotzdem die einzelnen Stücke sehr unterschiedlich sind, passt alles bestens zusammen und ergibt ein absolut hörenswertes Ganzes.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

LES HOMMES SAUVAGES - Weitere Rezensionen

Mehr zu LES HOMMES SAUVAGES