Terrorverlag > Blog > LINGUA FUNGI > Flowery Dreams

Band Filter

LINGUA FUNGI - Flowery Dreams

VN:F [1.9.22_1171]
Lingua-Fungi-Flowery-Dreams.jpg
Artist LINGUA FUNGI
Title Flowery Dreams
Homepage LINGUA FUNGI
Label WAR OFFICE PROPAGANDA
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Und es mögen erscheinen all diejenigen, welche die Sprache der Pilze verstehen, möglicherweise auch nach dem Verzehr selbiger. Diese werden sich möglicherweise in die dunklen Soundscapes des Finnen Jaakko Padatsu verlieren, der hier unter dem Projektnamen LINGUA FUNGI musiziert. Aus der Taufe gehoben als Spielplatz für experimentelle Ideen, welche der Herr bei seinen anderen Combos (u.a. ATLANTIKSEN ARVOITUS) nicht verwirklichen konnte. Nach einigen selbst vertriebenen Demos erscheint nun sein Label Debüt bei den Polen von War Office Propaganda, die auch gleich noch ein schönes Digipack spendierten.

Die 50 Minuten auf „Flowery Dreams“ lassen sich grob in 2 Genres einteilen: 6 mal Ambient, 2 mal ethnischer Folk, was zunächst mal nicht richtig zusammen passen will. Zumeist beherrschen also düstere Soundscapes die Szenerie, wie die dumpfen Regentropfen in einem nebeligen Herbstwald baut sich eine traumhafte Stimmung beim Hörer auf. Oder eben auch nicht, ganz nach Einfühlungsvermögen oder auch Phantasie des Connaisseurs, wie so oft in diesem Genre. Jedenfalls plätschert (sic – Regen!) das Ganze eher höhepunktslos durch die Gegend, bestimmte Themen werden wiederholt, hier und da Verzerrungen vorgenommen. Spannender da schon die beiden „echten“ Instrumental Tracks „Nightly Gardens“ bzw. „Vision Quest“. Hier werden Gerätschaften wie Mandoline, Flöte oder Akustikgitarre eingesetzt, was dann so ein wenig nach den „großen“ TENHI klingt.

Schamanistische Dronen, Technik vs. Natur, ein Widerspruch, der mit dieser musikalischen Traumreise aufgebrochen werden soll. Inwieweit das gelungen ist, hängt sehr von der persönlichen Einstellung ab. Wer ruhige, mystische Sequenzen zu schätzen weiß und gerne im Dunkel haust, mag dies hier für eine Offenbarung halten. Für mich zwar nicht vollkommen uninteressant aber doch auf Dauer ein wenig zu gleichförmig angelegt. Die ersten 222 Käufer erhalten zusätzlich noch die CDR-EP „Spore Prints“, die mir aber nicht vorlag.
TK

—————————————————————————————————————

Irgendwo hab ich einen Verriss des Albums gelesen, in dem der Kritiker sinngemäß meinte, es würde nicht nur so heißen, sondern auch nach Zungenpilz klingen. Selbstverständlich kann ich aber auch mein Restlatein bemühen und LINGUA FUNGI mit „Sprache der Pilze“ übersetzen. Geht nämlich auch. Und passt irgendwie besser. Jaakko Padatsu scheint tatsächlich unglaublich fasziniert zu sein vom Wald und allem, was da so vor sich hinwächst; es gibt keinen Gesang, sondern nur sehr sphärische Klanglandschaften, bei denen z. B. zu Beginn in „For you, little seed“ relaxt vor sich hingeplätschert wird. Es folgen „Branches“, sowie „Nightly garden“ und nicht nur zwischen jenen Tracks sind die Übergänge schön fließend, auch bei den noch kommenden Liedern.

Padatsu kombiniert reale Instrumente wie Flöte, Mandoline aber auch Ethno-Getrommel mit angenehmem Ambient, der das Kopfkino schön anregt. Manchmal erinnert die Akustikgitarre in Kombination mit der Flöte an alte EMPYRIUM oder ganz ein klitzekleines Bisschen an TENHI. „Hope you won’t wither“ bildet den Abschluss und gefällt mir fast mit am besten. Bei „Flowery Dreams“ handelt es sich um sein erstes Album, zuvor hatte er ein paar Demos rausgebracht, auf denen er seinen Drang nach experimentellerer Musik ausleben konnte. Das polnische Label War Office Propaganda legt den ersten 222 Kopien des Digipacks noch eine CD-R EP mit dem naheliegenden Titel „Spore Prints“ bei.
tg

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu LINGUA FUNGI