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LIONHEARTS - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Lionhearts-Lionhearts
Artist LIONHEARTS
Title s/t
Label DEPENDENT
Veröffentlichung 16.05.2017
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.5/10 (2 Bewertungen)

Schwebend, sphärisch, voller langer dunkler Tranceflächen und wabernd-träumerisch tastet sich das Projekt LIONHEARTS in den Sound des gleichnamigen Debutalbums hinein. Eigentlich handelt es sich dabei genau genommen gar nicht um ein Debut, denn hier musiziert der Psychologe und PD Dr. Frank Michael Spinath auf Solopfaden, sonst ist der Bielefelder vor allem bekannt durch die Arbeiten mit seinem Partner Martin Vorbrodt unter dem Namen SEABOUND. Aber auch auf schon früher machte er mit Nebenprojekten auf sich aufmerksam, wie beispielsweise EDGE OF DAWN oder GHOST & WRITER. Dieses Mal ist aber alles „selbst gemacht“, nicht nur Text und Gesang, sondern auch hinsichtlich der Kompositionen und Arrangements. Hilfe bekam Herr Spinath dabei vom Produzenten Ben Lukas Boysen aka HECQ.

Die Songs sind ein Sammelsurium der Ideen, die sich musikalisch und textlich über die Jahre angesammelt haben. Angelehnt sind die 12 Tracks auf „Lionhearts“ an den impressionistischen Kompositionszyklus „Bilder einer Ausstellung“ des Komponisten Modest Mussorgski. Lose zusammenhängende Bilder voller psychologischer Abseitigkeiten – offener Wahn, psychische Erkrankungen und allgemeine Betrachtungen des Lebens voller düsterer Kontemplation sind dabei miteinander verbunden durch kürzere Tracks ohne Gesang, die ein musikalisches Band zwischen den einzelnen Bereichen bilden („Hint“, „Kite“, „Not going back“). Ähnlich eben den genannten „Bildern einer Ausstellung“, nur das im Falle von „Lionhearts“ handfeste Psychosen und offener Wahnsinn zutage treten und nicht der Gang durch eine spätromantische und impressionistische Gemäldegalerie. Suche, Schuld, Hilflosigkeit, gescheiterte Liebe und allerlei erregte Gemütszustände finden sich hier, bis hin zur Erzählung eines Triebtäters, der sein eigenes Handeln als wahnhaft und schwer gestört definiert. In „Murder“ hört man ihn anhand eines Smples: „As I was sitting there with the severed head in my hand, looking at it, I was about to go crazy! […] I say: wow, this is insane!“. „Murder“ ist auch einer der stärksten und intensivsten Tracks auf dem Album. „The Ardent City“ hingegen erinnert sehr an SEABOUND, wohingegen die kürzeren Stücke experimenteller klingen als z.B. „Abandon“ oder „Thread“ – sie könnten beide Teil eines Horrorfilmsoundtracks sein.

Wer den Sound von SEABOUND mag, wer Spinaths Output schätzt oder generell anspruchsvollen, experimentellen Electro goutiert, sollte sich LIONHEARTS und das gleichnamige Werk unbedingt gönnen!

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Lionhearts 's/t' Tracklist
1. Flashback (Single Version)
2. The ardent city (Single Version)
3. Abandon (Single Version)
4. Gone (Single Version)
5. Cloud (Single Version)
6. Kite (Single Version)
7. Murder (Single Version)
8. Hint (Single Version)
9. Threat (Single Version)
10. To what I don't know (Single Version)
11. No going back (Single Version)
12. In the sand (Single Version)
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