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L’IRA DEL BACCANO - Paradox Hourglass

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Lira-Del-Baccano-Paradox-Hourglass
Artist L’IRA DEL BACCANO
Title Paradox Hourglass
Homepage L’IRA DEL BACCANO
Label SUBSOUND RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (3 Bewertungen)

Die Italiener L’IRA DEL BACCANO um Chefdenker und Gitarrist Alessandro “Drughito” Santori habe ich an dieser Stelle bereits vor zwei Jahren für ihr furioses Studio-Debüt “Terra 42” gebührend abgefeiert. Entsprechend groß meine Freude, als mir nun der pressfrische Nachfolger „Paradox Hourglass“ zugespielt wurde.

War bereits der Vorgänger ein eleganter und von allen Scheuklappen befreiter Par Force-Ritt durch alle möglichen Spielarten des (Prog)Rock und Metal, zeigen schon die ersten Takte des neuen Albums, dass dieser Weg konsequent weiter beschritten wurde. „Paradox Hourglass“ beginnt mit dem, in zwei Abschnitte unterteilten, insgesamt knapp 20-minütigen Titelsong, der damit allein schon die erste Hälfte des Albums ausmacht, ganz in der Tradition vieler großer Prog- oder Psychedelic-Werke, man denke zum Beispiel nur an PINK FLOYD’s „Shine On You Crazy Diamond“ (von „Wish You Were Here“). Dementsprechend wird auch hier wieder eine ereignisreiche Reise durch die verschiedensten Dimensionen und Gefühlswelten unternommen, die den Hörer innerhalb weniger Minuten so weit vom Ausgangspunkt weg führt, dass dieser sich voll und ganz in der Musik verlieren kann, wenn er denn möchte. Zum bedarfsmäßigen Gebrauch bauen L’IRA DEL BACCANO zwar durchaus den einen oder anderen Aussichtspunkt zur Rückschau auf das bereits Erlebte ein, bereits abgehandelte Passagen oder Riffs werden angelegentlich nochmals angedeutet oder modifiziert. Dies täuscht jedoch nicht über die Tatsache hinweg, dass die Versatzstücke in der Musik der Römer zwar im Grunde die gleichen sind wie schon auf „Terra 42“, sprich scharfkantige Riffs im Überfluss, treibende Basslinien und das nach wie vor beeindruckende metallisch-progressive Drumming, die neuen Songs aber doch noch um einiges Prog-lastiger als zuvor ausgefallen sind. Dies unterstreichen auch die beiden weiteren enthaltenen Titel „Abilene“ und der abschließende Kopfnicker „The Blind Phoenix Rises“, die zwar eingängiger, aber dabei kaum weniger komplex und keine Spur weniger spannend sind als der zweigeteilte Opener. Zusammengefasst bewegt sich „Paradox Hourglass“ irgendwo im Spannungsfeld zwischen HYPNOS 69, COLOUR HAZE und SAMSARA BLUES EXPERIMENT. Nur klingt es im Endeffekt wie keine der genannten Bands, denn die Basis ist weit weniger hippiesk, sondern eindeutig im Metal verwurzelt. Anders ist eine solche Fülle an hart gesottenen Riffs nicht zu erklären. Und genau das ist es, was L’IRA DEL BACCANO letztendlich so besonders macht.

Fazit: Wer mit Tempo- und Rhythmuswechseln, (song)strukturellem Wandel und sonstigen kompositorischen Wendungen nichts anfangen kann, sollte von L’IRA DEL BACCANO generell die Finger lassen. Für alle anderen Freunde des beschriebenen Spektrums stellt „Paradox Hourglass“ eine unbedingte Empfehlung mit einem dicken Ausrufezeichen dar!

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