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LISTER - Elektrisch vuur

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Artist LISTER
Title Elektrisch vuur
Homepage LISTER
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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Als Kind war alles schöner – da konnte man ungehindert den großen Ritter spielen, drosch mit Holzschwertern auf imaginäre Drachen ein. Kaum ist man dem Kindesalter entwachsen, will man sich diese Ritterlichkeit bewahren – hat aber plötzlich schwere Rüstung zu tragen. Und wie erklärt man es den Arbeitskollegen, dass man am Wochenende mit Schwert und Rüstung Jungfrauen beim Rollenspiel errettet? Na ja das alles interessiert eigentlich gar nicht und soll eigentlich nur als Einleitung dienen zur Rezension für LISTERs Album „Elektrisch vuur“. Wessen Sprachkenntnisse jetzt versagen, dem sei geholfen, denn übersetzt bedeutet das soviel wie „Elektrisches Feuer“.

Um zum Zielpublikum der Belgier zu gehören, sollte man schon so ein kleiner Braveheart sein, auf folkig traditionelle Musik stehen – sich aber auch vor der Moderne nicht scheuen. Zentrales Instrument ist die Violine flankiert von E-Gitarre und zaghaftem Bass. Musik fürs Lagerfeuer, für den fröhlichen Reigen oder um in den Tag hineinträumen. „Rinkelstem“ ist die Blaupause des Albums – rhythmische Violinenklänge, zupfende E-Gitarre im Hintergrund und sanfte Bassschläge vermitteln mittelalterliche Stimmung. LISTER beweisen in Ihren Instrumentals aber auch, dass „Rooibos“ nicht nur als Tee wohl bekommt. Das siebeneinhalbminütige Spektakel erinnert stark an den Prog-Rock von ASGARD. Ein schier unendlich langes Intro dehnt den Spannungsmoment bis zur unausweichlich fiedelnden Entladung. Bei Tracks wie „Lothlorian“ und „Drie Kersen“ erhalten Gitarre und Bass mehr Aufmerksamkeit, jedoch fehlt hier der erlösende Moment, der den Spannungsbogen entlädt. Dafür bekommt man in letzterem Song himmlische Gesänge zum melodischen Ringelpietz serviert.

Leider verfehlt es das Album über weite Strecken, die Energie der folkloristischen Musik auch wirklich zu übermitteln – wirklich geschafft wird das nur im herrlich tanzbaren „Suite de Munteníe“ welches sich zweiteilig zum orgiastischen Albumhöhepunkt wandelt. Die Kraft der Violine kommt speziell hier sehr gut zum tragen. Letztendlich bleibt LISTERs Musik ein Tipp für Freunde mittelalterlicher, traditioneller Klänge – die auch stromverstärkten Gitarren- und Bassklängen nicht abgeneigt sind.

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