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LONELY KAMEL - Blues For The Dead

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Artist LONELY KAMEL
Title Blues For The Dead
Homepage LONELY KAMEL
Label TRANSUBSTANS
Veröffentlichung 01.10.2010
Leserbewertung
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Als der Terror-Chef fragte, wer diese CD besprechen wolle, sah ich den Titel und schrie sofort „Hier“. Mal ehrlich – kein Bluesfan lässt sich eine Scheibe entgehen, die so dezent mit dem Zaunspfahl winkt und den „Blues für die Toten“ verkündet. Das norwegische Quartet verweist dabei vorweg auch gleich auf ihre Wurzeln, welche im klassischen Rock und Blues der 70er Jahre liegen. Also ein Album für Fans der Siebziger oder nur ein Abklatsch der alten Helden? Auf diese Frage komme ich später zurück, denn als erstes möchte ich auf die eigentliche CD eingehen.

Den Einstieg macht „A Tale Of A Madman“. Ein langsam doomiger Rocker, der riffbetont aber behäbig vor sich hin wabert und mit diversen Stereo-Spielereien kokettiert (die Stimme wandert bei „Suicide“ immer von links nach rechts, oder umgekehrt). Ein dezentes Solo an der Klampfe schließt das Stück dann ab. Nicht besonders oder gar großartig – aber akzeptabel. Als nächstes kommt eine Hommage an die Sinnfreiheit mancher Titel der oben genannten Dekade. „Green Eyed Woman“ ist lyrisch nicht gerade pädagogisch wertvoll, rockt dafür aber flotter als sein Vorgänger. „Wasted Time“ steigert sich dann auch etwas. Orientiert an diversen Krachern von GOLDEN EARRING, marschiert das Stück schon besser voran. Auch die psychedelischen Gitarren werden jetzt endlich weiter in den Vordergrund geschoben. Aber ein wirklich großer Wurf kommt erst mit „Stick With Your Plan“! Behäbig sumpfig mit gekonnt schrägem Gitarrenspiel, so wird der Titel ein erstes wirkliches Highlight dieser Veröffentlichung. Hier schwankt das Wüstenschiff zwischen ruhigen Passagen und Riffs, die jeden Anhänger handgemachter Psychedelic eine Gänsehaut den Rücken hinunterjagen. Denn spätestens nach ca. fünf Minuten geht der Song in eine Art Jamsession über, die sich gewaschen hat. Da diese CD für mich den Geschmack einer Huldigung der Siebziger ist, darf auch ein „Drogensong“ nicht fehlen. „Lady Mushroom“ übernimmt dann eben jene Rolle. Leider geht dieser (gute) Track, wie auch die Folgenden, nach dem vorherigen Riffgewitter etwas unter. Dennoch möchte ich noch auf ein weiteres Highlight eingehen: „The Trip“. Dieser zehnminütige Abschluss des „Totenblues“ kombiniert wieder die Themen der alten Helden und bildet mal bluesig, mal psychedelisch rockend einen würdigen Abschluss. Klanglich kann man sich übrigens auch nicht beschweren. Der Sound passt zum Material. Er klingt sumpfig, fett und hat den gewissen Hauch der Siebziger.

So komme ich dann zu meiner Frage vom Anfang: Abklatsch oder Hommage? Ich denke, das liegt im Auge des Betrachters. Böse Zungen könnten hier einen billigen Abklatsch ihrer Jugendhelden sehen, da es doch recht leicht fällt, Fragmente von UFO (zu DECCA-Zeiten), frühen ZZ TOP oder auch den schon genannten GOLDEN EARRING zu finden. Dagegen spricht jedoch die Liebe zum Detail: Da wären die Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger so geliebten Stereo-Spielereien, der typische Sound sowie die zeitgenössische Lyrik. Für mich (ganz subjektiv) ist dieses Album mehr Hommage als Abklatsch, denn es macht Spaß, ohne billig zu wirken. Nicht mehr und nicht weniger. Dennoch erhoffe ich mir für die Zukunft der Band etwas mehr Eigenständigkeit.

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