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LUCY’S DOLL - Scars become you

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Artist LUCY’S DOLL
Title Scars become you
Homepage LUCY’S DOLL
Label MOTHERLODE
Veröffentlichung 31.03.2004
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Man nähert sich dieser Puppe am besten mit Metaphern. Ein eiskaltes Kellergewölbe, endlose graue Gänge, eine rostige Lampe, die im Zugwind quietscht. Ein böse deformiertes Kleinkind mit einer Platzwunde auf dem Kopf. Die Mutantenwelt aus dem „Wild Boys“-Video, die nicht nach drei Minuten endet.

Alles andere ist nur mal wieder Approximation und leidlicher Vergleich: Tribaler Cross Over-Metal, Gothic Garage Trance, Eddie Vedder nach einem Vampirbiss, Zeitlupengrind, PRONG, die mit Satan höchstpersönlich vor den Toren der Hölle jammen. Ob LUCY’S DOLL ihre Steaks wohl roh verspeisen? Ob sie jeden morgen mit einer Meditation über Schmerz und Vergänglichkeit beginnen und selbst im Winter nackt im See baden? Purer und archaischer kriegt man Musik (auf diesen Begriff wenigstens kann man sich einigen) heutzutage jedenfalls kaum serviert. Dafür braucht die Band nicht einmal die üblichen Schrei- und Hasstiraden. Es reichen dieses unglaubliche enge Zusammenspiel zwischen Gitarre und Bass, dieses präzise Drumming, dieser dichte und dominant-druckvolle Klang, dem man die Freundschaft und die gemeinsamen Jahre unmittelbar anhört. Man weiß sofort: Das ist eine Gemeinschaft, das ist viel mehr als nur eine weitere Gruppe. Man mag andere persönliche Präferenzen haben, kalt lässt das keinen.

Inmitten dieses wunderbaren Wahnsinns intoniert eine Stimme verführerisch und diabolisch wie Jim Morrison: „The Ground is moving/ It feels so soothing“. Besser, Ihr geht damit nicht zu Eurer Therapeutin.

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