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LYCOSIA - s/t

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Lycosia-Lycosia.jpg
Artist LYCOSIA
Title s/t
Homepage LYCOSIA
Label ARAKNID RECORDS/ EQUILIBRE MUSIC
Veröffentlichung 29.07.2002
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Unter Lycosianern versteht man ja in Ostwestfalen eigentlich die Mitarbeiter der Internet-Schmiede Lycos, bzw. so sehen sich die Kollegen selbst, doch damit hat die französische Band LYCOSIA (zum Glück?!) nichts zu tun. Vielmehr haben sich die Pariser Kollegen dem Goth-Glamrock verschrieben, eine interessante Sparte, unter der man sich zunächst nicht viel vorstellen mag. Jedenfalls ist man schon eine Weile aktiv, huldigte mit dem Debüt „No Love Lost“ dem härteren Metal und konnte so mit Acts wie IMMORTAL, CRADLE OF FILTH und ANATHEMA die Bühnenbretter teilen. Der Follower „Unisex“, angeblich unter heftigen Streitigkeiten im Studio entstanden zeigte eine Kurskorrektur hin zu softeren Klängen und die Medien waren nicht durchweg begeistert. Im Jahre 2004 geht man diesen Weg konsequent weiter und addiert auch einige Gothik-Elemente in den nunmehr sehr vielschichtigen Sound.

Violett scheint die Farbe der Stunde zu sein, denn schon DESPAIRATION und THE BIRTHDAY MASSACRE huldigten dieser ambivalenten Farbe, in Lycosia scheint es genauso auszusehen. Mein Gesicht jedenfalls hellt sich bei jedem neuen Hördurchgang dieser Scheibe immer mehr auf, welch positive Überraschung, gerade bei dem Herkunftsland! Selten konnte eine Scheibe einen derart frischen und mitreißenden Stilmix bieten, der gar nicht so einfach zu beschreiben ist. Man nehme etwas alte HIM, würze das mit PLACEBO und ergänze das Ergebnis mit einer Prise LINKIN PARK, schon hat man eine ungefähre Ahnung vom Sound der Hauptstädter… oder auch nicht, denn das Ergebnis ist hier mehr als die Summe der Teile. So werden z.B. bei ein paar Songs auch arabische Klänge integriert, was bei dem sozio-kulturellen Background (eine starker muslimischer Bevölkerungsanteil) auf keinen Fall abwegig erscheint. Interessant z.B. „Sythia“, wo die orientalischen Elemente mit metallischen Riffs und beschwörendem Gesang eine Verbindung eingehen, gegen Ende wird sogar richtig heftig das Gaspedal durchgetreten. Im Gegensatz dazu wird uns bei „Cold Summer“ schwerer Goth Rock in der TIAMAT-Tradition (oder auch ganz alte HIM) geboten, bevor es bei einem der besten Songs („Travelling through our love“) dann auch elektronische Beats auf die Ohren gibt. Der Sänger (alle 4 Bandmember haben sich natürlich wieder irgendwelche pseudokultige Namen gegeben) verbindet französischen Akzent mit hoher „Nasalität“ und den melodischen Teilen von LINKIN PARK, auch die Kopfstimme wird hin und wieder eingesetzt.

Der Silberling rockt, der Silberling besitzt Atmosphäre und das Gros der Tracks wurde sehr stark arrangiert. Eine perfekte Scheibe zum Autofahren, für die besinnliche Abendgestaltung und sogar für den Einsatz in Goth Clubs, besonders die beiden elektronischeren Remixe am Ende von „Lycosia“. Wenn das hier amerikanische Jungs wären, wären sich totsicher das nächste Ding, aber auch so bin ich davon überzeugt, dass man zumindest einen kleinen Durchbruch auch im Ausland feiern wird.

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Lycia 's/t' Tracklist
1. Broken days
2. It's okay to be small
3. The last winter
4. Asleep in the river
5. Fades down far
6. Give up the ghost
7. Vacant winter day
8. Gray December desert day
9. Blue heron
10. Halfway between here and there
11. Cat & dog
12. Pale blue prevails
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