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MANOWAR - Gods of War

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Manowar-Gods-of-War.jpg
Artist MANOWAR
Title Gods of War
Homepage MANOWAR
Label MAGIC CIRCLE
Veröffentlichung 23.02.2007
Leserbewertung
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7.4/10 (15 Bewertungen)

„Hail to the kings of metal“… so oder so ähnlich hört man wohl des öfteren von Herrn DeMaio und seinen Mannen rund um die Pathos- und Klischeefabrik MANOWAR. Zugegeben, manche Texte dürfte man eh nicht ins Deutsche übersetzen, da sonst eigentlich nur Blödsinn rauskommt oder man „politisch unkorrekt“ wäre. Aber „zum Glück“ sind MANOWAR keine Deutschen, sondern kommen aus einem Land, in dem Patriotismus noch einen Wert hat. Ihr, die ihr das hier gerade lest, fragt euch sicher, aus welchem Grund ich so eine Einleitung schreibe. Ganz einfach: Wenn man über den Kitsch und die Klischees der Band hinwegsieht und sich mit den Texten befasst, entdeckt man neben typischem Pathos eben auch Texte, die patriotisch von Stolz, Ehre und der Treue zu Land und Geschichte künden. Ok, man kann auch mehr hineindeuten, als manchmal da ist, aber nicht umsonst zählen doch MANOWAR zu einem der größten musikalischen Exportschlager der USA.

Und genau diesem Titel werden die Jungs mit „Gods of War“ wieder gerecht. All das, was sie mit „Warriors of The World“ und der EP „Sons of Odin“ angefangen haben, führen sie hier fort. Diesmal mit mehr Orchester, noch größeren Arrangements und noch etwas mehr Bezug zu Melodie und vor allem mit – für meinen Geschmack – teilweise auch sehr interessanter Lyrik. Allein Songs wie „Army of The Dead, Part 1“ glänzen dabei mit gänzlich instrumentlosem Gesang und erzeugen bei mir (auch als bekennendem Fan) einfach eine Gänsehaut. Genauso geht es mir auch mit „Sleipnir“, welches sich sehr an der Edda orientiert und mit seinem Stampfrhythmus überzeugt. Ach ja, sucht jemand einen würdigen Nachfolger für MANOWARs wohl größten Erfolg „Heart of Steel“? Bei „Blood Brothers“ wird man fündig. Eine Hymne auf Freundschaft und innere Stärke, die, wenn man sie sich in Ruhe anhört, tief geht und sich im Ohr festsetzt. Ein sanfter Einstieg mit sehr angenehmem Gesang leitet diese Ballade ein. Später unterstützen langsame, leicht psychedelische Gitarren den Song und legen sich auf ein leise marschierendes Schlagzeug. Überhaupt bin ich von dieser Veröffentlichung hinsichtlich Lyrik und musikalischer Darbietung überrascht. Die Mannen rund um DeMaio haben keine Kosten gescheut und „Gods of War“ mit großen Chören und Orchester versehen. Dies lässt die Kompositionen noch besser wirken und überzeugt auf ganzer Linie. Über die MANOWAR-typische exzellente Klangqualität brauche ich an dieser Stelle auch gar nichts mehr zu sagen.

Ich denke, ich habe deutlich gemacht, dass ich ein absoluter Fan dieser Band bin und somit sei mir bitte verziehen, dass ich wohl manchmal ins Schwärmen gerate. Dennoch muss ich sagen, dass diese Scheibe für sich allein sehr überzeugend ist. Allerdings hat sie auch einen kleinen Wermutstropfen: MANOWAR wandern langsam immer mehr von ihren Wurzeln ab (auch wenn sie das Gegenteil behaupten) und ziehen große Arrangements den früheren schnellen Gitarrenattacken vor. So werden die Jungs mit Sicherheit auch einige Fans verlieren, aber auch einige dazu gewinnen. Für mich ist und bleibt dieser Silberling jedoch eine wichtige Veröffentlichung und wenn man das Glück hat, die Erstauflage zu ergattern, bekommt man ein schönes Leder-Digi in Metall-Hülle mit zusätzlicher DVD. „Hail to the kings of metal!“

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Nach jahrelangem DVD-Abgezocke, ominösen Konzerten und noch ominöseren Flachpfeifen-Aussagen einiger Bandmitglieder steht nun also das neue MANOWAR-Werk doch endlich in Gänze in den Läden. Dass die selbsternannten „Kings of Metal“ deutlich orchestraler agieren wollten, war ja schon lange im Vorfeld zu lesen. Dass man allerdings bei einer 75 Minuten langen Scheiblette gerade mal gut 20 Minuten metallische Sounds zu Stande bringt, ist mehr als bedenklich.

Und die kann man nun wahrlich selbst mit größtem, verklärtem Wohlwollen nicht mal Anasatzweise zu den Sternstunden der harten Musik zählen. Dafür kommen “King of Kings”, “Loki God of Fire” und das schon vorab verwurstete “Sons of Odin” einfach zu bieder und zahm aus den Speakern. Was wieder einmal beweist, dass die Band seit “Kings of Metal” nichts Brisantes mehr auf die Kette kriegt! Und das ist immerhin schon fast 20 Jahre her! Über die Witznummer “Die for Metal”, bei der das einzig halbwegs coole das Solo ist, braucht man keine Worte verlieren, den gibt es gar nur als Bonustrack. Einzig erwähnenswert sind bei diesen Tracks der nach wie vor heraus stechende Gesang von Eric Adams und die Soli von Karl Logan. Dreist hoch 12 ist allerdings der LED ZEP-Rip-Off bei “Die for Metal”! Majestätsbeleidigung! Der Rest der Scheibe besteht aus Orchesterparts und Intros und erinnert eher an eine Klassikscheibe denn an eine metallische Schlachtplatte. Wer Klassik hören will, kauft aber nicht MANOWAR und wer MANOWAR kauft, will nicht Klassik hören! Das mag ja alles anspruchsvoll sein und auch die Ausführung geht an sich OK, aber das hätte man als Bonus oder als Nebenprojekt veröffentlichen können und dafür eine kürzere Scheibe mit ein paar richtigen Krachern zusammenschustern sollen. Na ja, Hauptsache der Rubel rollt! Zum Glück merken aber immer mehr Metalheads, dass es bei Firma MANOWAR einzig und allein nur noch um selbigen geht. Kauft Ihr mal alle schön und finanziert den Herren die Rente. Einzig der recht gelungene bombastische Titeltrack lässt alte kompositorische Klasse aufblitzen.

Wem das reicht, der werfe sein Geld bitte zum Fenster raus. Ansonsten ist die Scheibe mal wieder ein Schlag in die Fresse alle jener Metalbands, die sich den Arsch aufreißen, um in Pusemuckel vor 10 Leuten alles zu geben und ihre in mühevoller Kleinarbeit zusammen gebastelten CDs unters Volk zu bringen. Die können halt nicht auf Pro 7 zurückgreifen…

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Manowar 'Gods of War' Tracklist
1. Overture to the hymn of the immortal warriors Button MP3 bestellen
2. The ascension Button MP3 bestellen
3. King of kings Button MP3 bestellen
4. Army of the dead [Part I]
5. Sleipnir Button MP3 bestellen
6. Loki God of fire Button MP3 bestellen
7. Blood brothers Button MP3 bestellen
8. Overture to Odin Button MP3 bestellen
9. The blood of Odin Button MP3 bestellen
10. The sons of Odin Button MP3 bestellen
11. Glory, majesty, unity Button MP3 bestellen
12. Gods of war
13. Army of the dead [Part II]
14. Odin Button MP3 bestellen
15. Hymn of the immortal warriors
16. Die for metal (Bonustrack)
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