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MANTAR - The Spell

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Mantar-The-Spell
Artist MANTAR
Title The Spell
Homepage MANTAR
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Die norddeutschen Senkrechtstarter MANTAR, die ich an dieser Stelle wohl nicht mehr näher vorstellen muss, sind absolute Arbeitstiere. Nicht nur, dass sie schon mal gut und gerne um die 150 Konzerte im Jahr abreißen und dabei mehrmals den Kontinent wechseln, auch haben sie seit ihrer Gründung im Jahr 2013 bereits eine EP sowie zwei komplette Longplayer veröffentlicht. Und obwohl die ausgedehnte Tour zum letzten Dreher noch in vollem Gange ist, sind nun bereits drei neue Songs in Form der EP „The Spell“ erhältlich.

Die Zielstrebigkeit und unbändige Energie, die für ein solches Pensum vonnöten sind, spiegeln sich nicht nur eins zu eins in den Live-Auftritten der beiden Bremer (und Wahl-Hamburger) wider, wie vermutlich mittlerweile ein Großteil der Leserschaft bezeugen kann. Auch fließen sie, in Verbindung mit einer konsequenten DIY-Einstellung, direkt in die Musik selbst ein. MANTAR sind seit jeher direkt und schnörkellos auf den Punkt gebracht, roh und aufs Maul. Und sie scheren sich einen Dreck um irgendwelche Genregrenzen oder –definitionen. Genau das hat sie dahin gebracht, wo sie jetzt stehen – in ausverkauften, mittelgroßen Clubs, und es gilt auch uneingeschränkt für „The Spell“, auch wenn die drei darauf enthaltenen Stücke eine Spur zurück genommener wirken. Das Riffing ist etwas komplexer als zuvor, mit leicht proggigen Versatzstücken versehen, die mich gar einen Moment an frühe MASTODON denken lassen. Beim Titelsong (mit Okoi Jones von BÖLZER am Gastmikrofon) wird sogar kurz zum Melodiegesang angesetzt, was meiner Meinung nach nicht wirklich nötig gewesen wäre. Bevor jetzt allerdings skeptisch die Augenbrauen hochgezogen werden: Wir reden hier immer noch von MANTAR und den ihnen oben zugeschriebenen Attributen! Die Veränderungen sind eher eine Fußnote und möglicherweise eine Richtung weisend, in die sich der Sound des Duos entwickeln könnte. Das wären dann tolle Aussichten, denn auch wenn „The Spell“ gefühlt marginal weniger pumpt, lässt die leichte Versponnenheit die Songs auch gleichzeitig noch subtiler und bösartiger wirken. Vielleicht sind sie das sogar, auf jeden Fall aber schreien (sic!) sie förmlich in jeder Sekunde nach der nächsten kapitalen Eruption roher Gewalt. MANTAR eben.

Somit ist „The Spell“ für jeden, der mit dem bisherigen Schaffen der Band vertraut ist, uneingeschränkt zu empfehlen. Für Quereinsteiger ist allerdings wohl das noch relativ frische, die Essenz von MANTAR perfekt auf den Punkt bringende Album „Ode To The Flame“ von 2016 die bessere Wahl.

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