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MATS GRÖNMARK - Roller Coaster Blues

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Artist MATS GRÖNMARK
Title Roller Coaster Blues
Homepage MATS GRÖNMARK
Label RHYTHM ACE
Leserbewertung
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3.4/10 (7 Bewertungen)

MATS GRONMARK ist in Stockholm zuhause und „Roller Coaster Blues” sein zweites Album. Auf die Fahnen hat er sich einen Mix aus Americana, Country und Electronica geschrieben. Viel mehr ist über den Schweden fast nicht herauszubekommen, da der Herr sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hat, insbesondere bei unbekannten Bands mitzumischen. Sein 2009er Debüt „Hiss Hit Or Miss And Sometimes Even Bliss“ fand jedoch auch hierzulande viel Kritikerzuspruch, wollen wir deshalb doch mal hören, was da aus Skandinavien Schönes zu uns kommt.

Den Anfang macht „Pass On The Silver“, das noch nach nöligem Americana in Slow Motion klingt, doch schon mit dem sich anschließenden „Blakes House“ wird klar, dass GRONMARK seiner Vorliebe, alles Mögliche in einen Topf zu werfen, treu geblieben ist. Plötzlich kommen jaulende Gitarren und flirrende Elektronik mit ins Spiel – und wissen auf Anhieb zu fesseln! Der Sound gewinnt erheblich an Gewicht und auch das toughe „I Rode Your Thunderstorms“ kann auf diese Weise seinen ganz besonderen Charme ausspielen. Dabei klingt der Gesang des umtriebigen Lockenkopfes regelrecht quengelig, was aber keineswegs zum Nachteil gereicht. Der knackige Titeltrack „Roller Coaster Blues“ schlägt tatsächlich bluesige Saiten an, wäre aber natürlich nicht aus der Feder von MATS GRONMARK, wenn nicht auch hier mit verschiedenen frickeligen Zutaten experimentiert würde. „The Iron Rod“ ist im Original von der norwegischen Punk-Kapelle HAPPY DAGGER und hat vom Kollegen Gronmark eine melancholische Rundumbehandlung erhalten, während HANK WILLIAMs „Weary Blues From Waiting“ mitsamt Slide Guitar relativ nahe an der Vorlage geblieben ist. Hier ist es wieder die nölige Stimme, die den Unterschied macht. Allerlei Effektgerät dürfte für das „Rattlesnakes/Killer Bees“ zum Einsatz gekommen sein, das nach einem getragenen Anfang in einem eruptiven Finale endet. Derweil ergeht sich „Oh Breezy“ in schrammeligen Dissonanzen, bevor „Red And Blue“ in Slow Motion vor sich hin scheppert, bis plötzlich der Elektro-Derwisch aus MATS GRONMARK heraus bricht und es fiept und grummelt. Da klingt „First Stone“ fast schon nach traditionellem Country/Americana, wäre da nicht dieser ganz besondere Gesangsstil.

Die Mucke des Herrn Gronmark ist schon ziemlich speziell. Einen Old-School-Country-Fan würde man mit „Roller Coaster Blues“ vermutlich bös erschrecken und tatsächlich ist die Kombination mit der abgedrehten Elektronik beim ersten Hinhören mitunter etwas gewöhnungsbedürftig. Beim zweiten Lauschen erschließt sich dafür jedoch ein ganz besonderer Klangkosmos, der es in sich hat.

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