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MEGACHURCH - Megachurch 2: Judgment Day

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Artist MEGACHURCH
Title Megachurch 2: Judgment Day
Homepage MEGACHURCH
Label STRESSED SUMO
Leserbewertung
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4.6/10 (5 Bewertungen)

Dass fetter Noise-Rock mit zwei Bassgitarren und einem Schlagzeug funktionieren kann, beweisen uns MEGACHURCH aus Cleveland dank ihres zweiten Longplayer „Judgment Day“, mit dem sie jetzt in Europa debütieren. Bereits 2010 ist der selbstbetitelte Erstling erschienen, von dem die beiden Herren am Tieftöner, Brian Michael Hill und Mikey Baranick, sowie der Mann an den Fellen, Dan Price, drei Songs auf die aktuelle VÖ übernommen haben. Im Übrigen wird „Judgment Day“ in den USA nicht nur als CD erscheinen, sondern auch als kleine Vinylauflage, digital und obendrein als limitierte Ausgabe von 100 Kassetten!

Zu hören gibt es insgesamt elf Tracks, die in knapp 40 Minuten zelebriert werden. Den Anfang macht „Resurrection“, das sich umgehend in die Gehörgänge knüppelt und mit spoken words an „Teabaggers“ übergibt. Überhaupt finden sich auf der Langrille allerhand Soundsamples von Politikern, TV-Pfarrern und eben auch Tea-Party-Fanatikern. In Kombination mit dem markanten Doppel-Bass und äußerst knackiger Schlagzeug-Arbeit verströmt die metallische Mucke eine gewisse apokalyptische Grundstimmung – ganz wie es sich für den Jüngsten Tag ziemt. In diesem Sinne schließt sich auch das infernale „Receive It“ an, das vom „Battle Hymn of The Republican“ abgelöst wird. Angesichts des jüngsten Schulmassakers in Newton und der damit verbundenen Diskussion über die laschen Waffengesetze in den USA, sind die Gewährsalven, die es hier zu hören gibt, von besonderer Bedeutung und mit Salven geht es auch beim folgenden „Speak In Tongues“ weiter. Allerdings handelt es sich hier um blitzschnell abgefeuerte Bass- und Drum-Stakkati, die weitaus ungefährlicher, aber enorm druckvoll ums Eck kommen. Interessant wäre sicherlich auch zu erfahren, wen man da eigentlich zu welchem konkreten Thema sprechen hört. Etwa beim krachenden „My Father’s Dignity“. Wahrscheinlich irgendein verstrahlter Fernseh-Prediger, dessen Thesen man gar nicht näher beleuchten möchte, dessen aggressives Geschrei aber bestens zur brachialen Instrumentierung passt. In ähnlicher Weise geht es mit „We Are All Witnesses“ weiter, bevor der Titelsong zunächst Streicher ins Rennen schickt, ehe die Langäxte wieder das temporeiche Sagen übernehmen. An dieser Stelle enden dann die neuen Nummern, doch mit dem straighten „Second Coming“ legt das Trio mit Sprechgesang von der bereits erwähnten ersten Platte nach. In die Vollen geht’s im Anschluss noch mit dem Schuppenschüttler „Gay Agenda“ und dem finalen Kracher „Exorcism“, der sich bestens zur Teufelsaustreibung eignet.

Es geht ordentlich zur Sache bei MEGACHURCH. Kompakt, energiegeladen, griffig, melodiös und eingängig präsentieren sich die Amis mit ihrem Zweitwerk – damit sollten sie auch hierzulande Freunde finden.

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