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METALLICA - Hardwired… To Self-Destruct (3-CD)

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metallica-hardwired-to-self-destruct
Artist METALLICA
Title Hardwired… To Self-Destruct (3-CD)
Homepage METALLICA
Label VERTIGO/ UNIVERSAL
Veröffentlichung 18.11.2016
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

Es kann sowohl von Vor- als auch Nachteil sein, wenn man Platten macht und es – eigentlich – nicht mehr machen müsste, weil man kohletechnisch ausgesorgt hat (haben sollte). So kann man ohne Zwang und Zeitdruck das Beste an Songs zusammenstellen. Allerdings kann es auch so mal wieder über acht Jahre dauern, bis ein neues Album entsteht. Nach der Ankündigung, dass man an neuen Songs arbeite, ging aber plötzlich alles ganz schnell und mit dem Titelsong schoss man den ersten Vorboten heraus.

Und dieser macht sofort deutlich, dass nicht nur acht Jahre, sondern ganze 25 seit dem „letzten“ Longplayer vergangen sind. Denn “Hardwired… To Self-Destruct” ist eigentlich das Werk, welches nach dem “Black Album” hätte kommen können/ müssen. Denn sind wir mal ehrlich, trotz Erfolg und einiger guter Songs interessiert man sich kaum mehr für Veröffentlichungen wie “Load”, “Reload”, schon gar nicht für “St. Anger” und auch nicht für das gezwungen klingende Comeback “Death Magnetic”. So thrasht der Titel-Song “Hardwired” schön mit satten 80er-Riffings, treibenden Drums, frickeligem Hammet-Solo und knackigen Hetfield-Vocals ohne Rumgejaule schön auf die 12! Nix innovatives, sondern einfach 3 Minuten „Zack… in die Fresse“! Geht doch! “Atlas, Rise” schlägt dann die Brücke zwischen den Frühzeiten und den etwas rockigeren “Black Album”-Klängen. Bei “Now that we’re dead” und “Moth in Flame” beweisen METALLICA, dass man noch immer so kantige Spurwechsel wie in den 80ern, fahren kann und Hammet haut ein klassisches Solo nach dem anderen raus. “Dream No More” präsentiert sich mit sleazigen Gitarren, schleppenden Rhythmen und schrägen Vocals als Tribut an BLACK SABBATH. Das 8-minütige “Halo on Fire” macht es einem dann sehr schwer, kann es den angepeilten Spannungsbogen mit den vielen ruhigeren Passagen, nachdenklicheren Vocals und den getragenen Soli nicht wirklich halten und man verliert doch recht schnell den Faden und skippt weiter.

Der zweite Teil des Doppel-Albums startet dann mit “Confusion” und Marsch-Drummings, die einen schnell wieder an die 80er erinnern. Dann allerdings groovt und rifft sich der Song ins belanglose Midtempo ohne besondere Highlights. “ManUNkind” wartet mit einigen extrem verfrickelten Soli und progressiven Facetten auf, die allerdings schnell auf den Sack gehen und meines Erachtens nicht zu METALLICA passen. Auch “Am I Savage” will mit seinem Versuch, durch schleppende Riffings und eindringlichen Gesang düster und gefährlich zu klingen, so gar nicht zünden. Alleine das finale “Spit out the Bone” kann mit seinem beinhart-thrashenden Style und der direkten Gangart nochmal ordentlich punkten. Dieser Song anstelle von “Halo on Fire” noch auf CD 1 und den zweiten Silberling hätte man sich sparen können.

Gönnt man sich die Deluxe Edition von “Hardwired… To Self-Destruct”, bekommt man auf CD3 mit “Lord of Summer” noch einen weiteren, schön kernigen und vielseitigen Song, den man gerne auf das eigentliche Album hätte packen können. Dazu folgt mit “Ronnie Rising Medley” ein schöner RAINBOW-Tribut, wobei das Ganze etwas “schräg“ klingt, hört man die Originale mit Hetfield-Vocals, aber dieser macht das doch sehr ordentlich! Noch seltsamer kommt dann das ruhige “When a blind Man cries” (DEEP PURPLE) daher und will sich mir so gar nicht erschließen, vor allem, wenn zum Ende das Gefrickel losbricht. Bei “Remember Tomorrow” (IRON MAIDEN) hat man den Sound dann auch mal gleich auf 80er-Style runtergefahren. Starker Song, starke Umsetzung eines nicht unbedingt zu den Hits gehörenden Songs der Briten. Zum Finale gibt es dann noch ein Live-Set auf die Ohren, welches sowohl Klassiker als auch neue Tracks beinhaltet und deutlich macht, dass die neueren Songs absolut METALLICA-Klasse besitzen, aber deutlich nicht an die glorreichen Zeiten heranreichen können.

Am Ende muss man klar konstatieren, dass es gut ist, dass METALLICA wieder da sind. “Hardwired… To Self-Destruct” bietet einige starke Songs, aber auch so einige Ausfälle. So hätte man quasi die komplette CD 2 als Bonus zu einer limited Edition packen können oder als B-Seiten zu Singles. In der jetzigen Version allerdings kommt die VÖ viel zu aufgeblasen daher und wird viele Fans doch etwas enttäuschen. Die besagten starken Songs zeigen METALLICA in Topform in der heutigen Metal-Szene, können dem Vergleich zu eigenen Heldentaten allerdings dennoch zu keiner Zeit standhalten. Und genau das macht den Unterschied zu einigen anderen Bands aus, die ähnlich lang unterwegs sind. Bei METALLICA hört man die neuen Songs und denkt: “ja geil, ich kram die alten Granaten wieder raus”. Andere Kollegen (z.B. TESTAMENT, KREATOR) haben da einen größeren High-Rotation-Faktor mit ihren neuen Scheiben. Das alles ist natürlich Kritik auf hohem Level, da diese Metal-Welt METALLICA in dieser Form auf jeden Fall weiterhin braucht und verdient!

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Metallica 'Hardwired... To Self-Destruct (3-CD)' Tracklist
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2. Atlas, Rise! Button MP3 bestellen
3. Now That We're Dead Button MP3 bestellen
4. Moth Into Flame Button MP3 bestellen
5. Am I Savage? Button MP3 bestellen
6. Halo On Fire Button MP3 bestellen
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