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METALLSPÜRHUNDE - Blut & Spiele

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Artist METALLSPÜRHUNDE
Title Blut & Spiele
Homepage METALLSPÜRHUNDE
Label EIGENPRODUKTION
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Die METALLSPÜRHUNDE haben vor allem schon mal eins: Einen extrem coolen Namen! Das würde fehlende musikalische Qualität sicher nicht ersetzen, aber erste Aufmerksamkeit kann man damit allemal einheimsen. „Blut & Spiele“ ist das dritte in Eigenregie entstandene Werk der Schweizer und ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass hier noch kein Label angefragt hat. In der aktuellen Besetzung Frasse/ Baumgartner/ Altwegg/ Sayer legt man ein Album in der Schnittmenge von Elektro, 80er Minimalismus und Avantgarde vor, welches bei fast jedem Stück die Tanzbeine schwingen lässt. Dazu trägt auch bei, dass man sehr eingängige Liedgüter zu schreiben versteht, nicht zu verschachtelt, nicht zu kompliziert. Allerdings auch nicht zu billig, die Synthese aus Anspruch und Clubtauglichkeit wurde ganz ausgezeichnet gemeistert.

Dazu trägt auch der etwas ungewöhnliche Gesang von Michel Frasse bei, der einen unweigerlich an DAS ICH denken lässt, beinahe hätte man das Duo Ackermann/ Kramm auch in Bälde supportet. Das wäre unwahrscheinlich passend gewesen, denn der scharf rhythmische Sprechgesang hätte Herrn Ackermann alle Ehre gemacht. Die instrumentale Seite fällt allerdings nicht so avantgardistisch aus, viel eher scheint hier eine Vorliebe für die „Neue Deutsche Welle“ durch, da piept es manchmal an allen Ecken und Enden. Dazu lässt man aber durchaus auch mal die Gitarren krachen, die sich allerdings nie zu sehr in den Vordergrund drängen. Vorzüglich fallen auch die Texte aus: Kritik an der medialen Spaßkultur und vor allem an der amerikanischen Bush-Junta („2003“) sorgen dafür, dass man auch sein Hirn einschalten kann, wenn man mit diesen Kötern Gassi geht. Man möchte eigentlich keinen Track hervorheben, dennoch würde ich die ersten 5 als besonders gelungen bezeichnen. Später setzt auch mal weiblicher Gesang ein, so hat man die Sängerin Alev Emine für 2 Einsätze akquirieren können. 2 Remixe erhöhen die Produktwertigkeit und runden die Scheiblette perfekt ab.

„Gutes Zeug“ war angeblich Jürgen Englers Meinung und wer würde dem KRUPPS-Chef widersprechen? Eine außergewöhnlich starke Veröffentlichung, die es mit jedem Profiprodukt aufnehmen kann, wenn man mit dem Gesang nicht völlig auf Kriegsfuss stehen sollte. Treibend, tanzbar, hintergründig und charmant auf der Retro.Welle in die Zukunft treibend!

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