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METALMIND - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
Metalmind-Metalmind
Artist METALMIND
Title s/t
Homepage METALMIND
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (1 Bewertungen)

Schon mit dem 2012er-Demo konnten die Bielefelder Power Metaller METALMIND ein dickes Genre-Ausrufezeichen setzen, mit dem 42-minütigen, selbstbetitelten Erstlingsalbum packt man nun noch eine gewaltige Schippe drauf. Was man allerdings erneut alles Andre Siekmann ans Shirt heften kann, denn auch diese 10 Granaten hat er komplett(!!) im Alleingang komponiert und eingespielt bzw. produziert! Klang das Demo schon mehr als amtlich, so kann sich dieses Werk relativ locker mit einem Großteil der offiziellen Label-Veröffentlichungen messen bzw. lässt jene fett bratend nur die Rücklichter sehen! Sicherlich geht den Songs stellenweise ein wenig die Homogenität eines Bandgefüges ab und natürlich hört man den Drumcomputer mal raus, ABER Andre schafft es irgendwie, das Ganze so klingen zu lassen, als wäre das eine ganz normale Studioproduktion, denn selbst die Drums wirken null klinisch und meist fällt gar nicht richtig auf, das hier kein echter Drummer klöppelt.

Nach wie vor sind frühe HAMMERFALL der größte Einfluss, aber durch das oft schon recht thrashige Bratriffing kommen unbedingt auch PRIMAL FEAR oder MYSTIC PROPHECY dazu, ohne dass hier jetzt blind kopiert wird. Sicherlich ist das Riff von “Be Alive” schön bei HAMMERFALL ´entliehen´ und der ganze Songaufbau schreit nach den schwedischen Herren, aber das hat einfach Schmackes, Groove und Power, glänzt zudem mit mächtigem Chorus und schicken Soli… man muss sich immer mal in Erinnerung rufen, dass hier NUR Andre zu hören ist und keine komplette Band mit Studioarmada im Rücken! Schon der hart losriffende Eröffnungsgroover “You Will” würde auch auf einer Scheibe der obigen Bands eine gute Figur abgeben, fetter Midtempobanger mit feiner Melodie und Mitgröhlchorus, sowie geilem Solopart… wüsste nicht, was es daran groß zu verbessern gäbe! Das leicht thrashige “Times of Hate” donnert dann etwas fixer aus den Speakern, hat einfach ein fies-geiles Riff und einen bärenstarken Refrain. Andre singt jetzt auch nicht, weil er keinen Sänger gefunden hat, sondern weil er´s einfach kann – und zwar richtig gut! Sicher kommt er mit seiner Stimme auch an seine derzeitigen Grenzen, aber er hat ein kräftig-klares Organ, das bestens zur Mucke passt und auch melodische Töne mal halten kann. “Don´t Wake Me Up” hat auch einen leicht thrashigen Unterton, ist aber ebenfalls ein Volltreffer. Das etwas vertrackte “Take Me” klingt durch die Stop-and-Go-Parts ein wenig unrund, punktet aber im fett riffenden Chorus immer wieder. Dafür nimmt man mit erwähntem “Be Alive” wieder richtig Fahrt auf, auch wenn der Track natürlich reines (beabsichtigtes) HAMMERFALL-worshipping ist. Der Stampfer “Follow Me” hält das Qualitätslevel weiter enorm hoch, das fett riffende Instrumental “Made of Heat” überzeugt mit feinem schnell-langsam-Wechsel und leichtem METALLICA-Touch, sowie geilen Leads…ist leider nur zu kurz ausgefallen für meinen Begriff. Mit den schnellen “Time is Running Out” und vor allem dem hittigen “Rock the Show” (einer Hymne auf den METAL) haut Andre auch nach hinten raus formidable Dampframmen durch die Speaker, nach denen sich etliche Bands auf so einigen Labels die Finger lecken würden!

Da fällt auch das hymnisch-speedige “Blood of Fire” nicht im Geringsten ab, so dass bei diesem Debut kaum ein Schwachpunkt auszumachen ist. Man muss sich immer in Erinnerung rufen, dass hier eben ALLES in Eigenregie von einer einzelnen Person eingezimmert wurde… und dann stelle man sich vor, wie das Ganze klänge, wenn das Songwriting mittels weiterer Musiker und in einem Studio mit Produzent verfeinert werden würde… Aber auch so hat der geneigte Power/ Melodic Metal-Fan mit METALMIND eine mehr als gute Alternative zu den etablierten Genrebands an der Hand, die man keinesfalls verpassen sollte!

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