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MIKE & THE MECHANICS & PAUL CARRACK - Live at Shepherds Bush London (DVD)

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Artist MIKE & THE MECHANICS & PAUL CARRACK
Title Live at Shepherds Bush London (DVD)
Homepage MIKE & THE MECHANICS & PAUL CARRACK
Label EAGLE ROCK
Veröffentlichung 22.05.1998
Leserbewertung
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Mike Rutherford hat schon recht: Vorhersehen konnte man den Erfolg seines Zweitprojekts wohl kaum. Es entbehrt nicht einer gehörigen Portion Ironie, dass dieses lose Kollektiv in den 80ern sogar GENESIS kommerziell den Rang abzulaufen drohte, einer Band, welche so sehr an den Erfolg durch Disziplin glaubte. Doch selbst höchste Chartweihen und gleich zwei formidable Sänger gaben den MECHANICS weder Stimme noch Gesicht. Die Bankkonten füllten sich, doch hörte sie jemand rufen und rennen? Wohl kaum.

Daran ändert sich nicht einmal etwas, wenn sie wie im Shepherds Bush-Konzert eine Besetzung auffahren, die ansonsten ROD STEWART oder TINA TURNER vorbehalten bleibt, gleich zwei Percussionisten sowie ein zusätzlicher Gitarist dabei sind und die Kamera der blonden Backgroundbombe so tief in den Ausschnitt fährt, dass einem der Atem stockt. Denn was nützt dieses Aufgebot an personellem Bombast, wenn die Action auf der Bühne sich auf freundliche Ansagen und Minimalmoves beschränkt. Den Glitzerdress hat man ohnehin beim Musikantenstadl hängen lassen, Paul Carrack nur wieder sein Krokodillederkäppi aufgesetzt und dasselbe schlabbrige Jackett erinnert bei Mickey Rourke an Armani, bei Rutherford an den Hausmeister. Natürlich weiß die Band, wie uncool sie da oben aussieht, aber ihre Stärke liegt gerade darin, sich darum einen Dreck zu scheren. Zum einen natürlich deswegen, weil sie vor einem Publikum spielen, das sich weder die neusten Truthahnklingeltöne aufs Handy lädt oder beim Knutschen mit der Zahnspange hängen bleibt. Aber eben auch, weil man mit einem derartigen Fundus starker Songs eigentlich nicht viel falsch machen kann: „Another Cup of Coffee“, „Falling“, „Beggar on a Beach of Gold“ haben nichts an Aussagekraft verloren, „Silent Running“ kommt überraschend roh, ruppig und böse daher und der akustische Seelenstriptease „Whenever I Stop“ funktioniert mit Claps und warmen Harmonien vorzüglich. Es gibt keine Soloeskapaden, keine Mitsinganimation und keine emotionale Achterbahnfahrt – was passt zu einer Musik, die eben weder Blues, noch Soul, noch Rock oder Pop ist, sondern von allem ein bisschen. Am ehesten fühlt man sich noch an die Atmosphäre eines Countrykonzerts erinnert, auch wenn man sich hier auch ohne Reitsporen wohl fühlen kann. Nach knappen Eineinviertelstunden ist schon wieder Schluss, gerade rechtzeitig, bevor man das langweilig finden kann. Die Bonusfeatures sind ebenso kurzweilig geraten: Da gibt es alle Promovideos, die zum Teil fast parodistisch dunkel („Word of Mouth“) oder für damalige Verhältnisse avantgardistisch („Beggar…“) geraten sind. Die aktuelle Single „One left standing“ überrascht zudem als Elektro-Funk-Hymne, die in den House-Clubs von Chicago keineswegs deplatziert wirkte.

In einer zwanzigminütigen Dokumentation erzählt Mike Rutherford noch einmal bescheiden wie eh und je, dass er nach all diesen Jahren immer noch nicht herausgefunden hat, was die Arbeit an manchen Songs so schwer und an anderen so einfach macht. Wenn man ihn so sieht, mit der Kaffeetasse in der Hand und völlig unaufgeregt parlierend, glaubt man ihm das glatt. Und diese Ruhe fühlt sich genauso vertraut und gut an wie die Musik auf dieser DVD.

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