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MILHAVEN - I.M.Wagner

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Milhaven-IM-Wagner.jpg
Artist MILHAVEN
Title I.M.Wagner
Homepage MILHAVEN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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7.3/10 (8 Bewertungen)

Beim BOHREN UND DER CLUB OF GORE-Konzert in Bielefeld fielen sie mir auf: Die vier Herren von MILHAVEN aus Bochum, die mit ihren massiven Gitarrenwänden das kritische Publikum locker auf ihre Seite ziehen konnten. Und schon liegt die brandneue EP vor mir, welche immerhin auf über 43 Minuten Musik kommt, und das bei nur 4 Tracks. Charttaugliche Musik sollte hier also niemand erwarten, nicht mal Musik mit Gesang. Dafür erschaffen Jens, Hannes, Chris und Andy zeitlose Klänge, welche das emotionale Spektrum von verträumt bis aggressiv perfekt abdecken und das zumeist in EINEM Song! Als Einflüsse gibt man GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR oder MOGWAI an, den für mich naheliegendsten verschweigt man, die genialen SIGUR RÒS aus Island. Allerdings ohne Gesang und doch einen ganzen Tacken härter, so dass es sich hier beleibe nicht um einen billigen Abklatsch handelt. Im übrigen kann man über jede Band froh sein, die so abseits gängiger Konventionen komponiert.

Da mir das Vorgängeralbum „Bars closing down“ aus dem Jahre 2005 nicht geläufig ist, kann ich über etwaige Weiterentwicklungen nichts berichten, live hörte sich das alles jedenfalls recht homogen an. Wobei ich mich generell nur wundern kann, wie man bei diesen endlosen Stücken ohne gängige Strophe-Refrain-Schemata nicht die spieltechnische Übersicht verliert. Auch sind zumindest die ersten 3 Titel recht ähnlich in ihrer Grobausrichtung, so dass man hier keinen speziellen Anspieltipp geben mag. Fragile, ja zärtliche Töne, die jeder für sich genommen eine eigene Bedeutung erlangen, wechseln sich mit hartem psychedelischen Geschrubbe ab, wo eine Gitarrenwand über die andere gelegt wird. Das mit zwar nicht perfektem aber ordentlichem Klang, hier sollte wirklich mal jemand eine fette Produktion spendieren, aber möglicherweise sind MILHAVEN für ein Label einfach zu gut. Das abschließende „Firnis“ kann mit seinen sehr ruhigen Akustikklängen ein wenig an der Grenze zum Neofolk kratzen und holt den aufgekratzten Hörer von seiner Gefühlswolke wieder zurück. Diese 5 Euro sollten euch nicht zu schade sein, auch wenn ihr sonst „nur“ KATATONIA oder ANATHEMA mögt. Die Aufmachung ist dabei reduziert aber absolut passend ausgefallen.

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