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MÖTLEY CRÜE - Carnival Of Sins

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Artist MÖTLEY CRÜE
Title Carnival Of Sins
Homepage MÖTLEY CRÜE
Label SPV
Veröffentlichung 05.05.2006
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Da feiern die Recken von MÖTLEY CRÜE, die Erfinder des Heavy-Metal-Umlautes, doch tatsächlich auch schon ihr silbernes Bühnenjubiläum. Und während man ihnen aus diesem Anlass einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood widmet, bekommen die Fans das Live-Doppel-Album „Carnival Of Sins“ kredenzt. In den letzten Jahren war es ja eher ruhig geworden um die vier Herren aus Los Angeles, die zwischenzeitlich mehr durch Drogen- und Alkoholexzesse und ihre Ehefrauen, denn durch ihre Musik auf sich aufmerksam machten (hier seien nur die Grabenkämpfe zwischen Schlagzeuger Tommy Lee und Baywatch-Nixe Pamela Anderson genannt). Die letzten Studioalben von 1997 und 2000 waren nur noch in den Staaten wirklich erfolgreich, das letztjährige Best-Off „Red, White & Crüe“ fand dann jedoch wieder mehr Anklang. Dies stand möglicherweise auch im Zusammenhang mit der anschließenden großen Reunion-Tour, die die Band, welche inzwischen wieder in Urbesetzung spielt, nach 14 Jahren auch wieder nach Deutschland führte.

Wo „Carnival Of Sins“ aufgenommen wurde, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen, u.U. hat die Bands sich der Aufzeichnungen der gleichnamigen Live-DVD aus Michigan bedient, entscheidend ist schließlich auch, was dabei rausgekommen ist. Den Anfang macht der Titelsong des zweiten Studioalbums „Shout At The Devil“. Und Vince Neil singt und schreit auf jeden Fall immer noch wie der Teufel und was seine whiskygeschwängerten Stimmbänder hergeben. Den Fans gefällt es ganz offenkundig. Frenetischer Jubel allenthalben und auch das Auditorium hat die Texte nicht vergessen und übt sich im Mitgrölen. Musikalisch ist vor allem auf der ersten CD mit keinen Überraschungen zu rechnen, da hier ausschließlich Stücke der ersten vier Alben bis 1987 vertreten sind. Macht aber absolut Spaß, den Jungs zuzuhören, denen man anmerkt, dass sie sich zwar 2004 zu einer Abschiedstour zusammengefunden haben, dass dies aber keinesfalls ein lascher Abgesang auf alte Zeiten ist. MOTLEY CRÜE erfinden sich nicht neu, aber bei der bewegten Vergangenheit des Quartetts ist es ja schon fast ein Wunder, dass die Herren überhaupt noch in der Lage sind, die Tourstrapazen auf sich zu nehmen. Bassist Nikki Sixx musste immerhin schon mit einer Adrenalinspritze ins Herz reanimiert werden, nachdem er ein wenig zu viel Heroin erwischt hatte. Womöglich Quentin Tarentinos Vorlage für die entsprechende Szene in „Pulp Fiction“? Nachdem die letzten Töne von „Wild Side“ verklungen sind, besteht kein Zweifel, dass die alten Poser vor dem Herrn sich zumindest auf der Bühne immer noch auf der wilden Seite des Lebens bewegen. Die zweite CD startet mit einer echten Stadion-Hymne „Don’t Go Away Mad (Just Go Away)“, eine von vielen auf dieser Scheibe vertretenen ehemaligen Single-Auskopplung der Kalifornier. Mick Mars bearbeitet seine Gitarre im gewohnt dreckigen MÖTLEY CRÜE-Stil, der auch Bands wie GUNS ’N’ ROSES nicht unbeeinflusst gelassen hat. Mit „Primal Scream“ ist dann auch eins der jüngeren Stücke vertreten, wobei „jung“ in diesem Zusammenhang relativ ist, 15 Jahre hat der Song auch schon auf dem Buckel, aber die großen Erfolge feierten MÖTLEY CRÜE nun einmal in den 80-ern. Dieser Umstand schlägt sich natürlich auch in der Auswahl der Livetracks nieder. Alles, was mal von der erfolgreichsten Platte, der 1989 erschienenen „Dr. Feelgood“, als Single verkauft wurde, ist auch auf „Carnival Of Sins“ vertreten. Apropos verkaufen: „Dr. Feelgood“ war das erste Hardrock-Album, das es auf Platz 1 der Billboard Charts geschafft hat und hielt sich in den Charts immerhin 109 Wochen. Zwei wirklich neue Titel gibt es dann aber auch noch: „Sick Love Song“ und „If I Die Tomorrow“ stehen ganz in der Tradition der alten Hits und passen somit gut ins Bild. Nach insgesamt 22 eigenen Kompositionen verabschieden sich die skandalumwitterten Herren mit einer Coverversion des SEX PISTOLS-Klassikers „Anarchy In The UK“.

Das Rocken haben MÖTLEY CRÜE also ganz offensichtlich nicht verlernt. „Carnival Of Sins“ taucht ganz tief ein in den Hairspray-Metal der 80-er Jahre, aber erwartet man etwas anderes? Die Jungs machen das, was sie am besten können und enttäuschen ihre Fans mit Sicherheit nicht. Die Live-Atmosphäre wird gut eingefangen und wer vielleicht bislang noch nicht dazu gekommen ist, seine alten und verkratzten Vinyl-LPs in CDs zu tauschen, erhält hier auf einen Schlag einen ganzen Schwung gut performter Songs. Während in der ersten Hälfte ungestüm der Anfangstage gedacht wird, vollzieht die zweite Hälfte den Brückenschlag zur Gegenwart und präsentiert mit „Glitter“ und „Home Sweet Home“ auch mal etwas ruhigere Stücke. Man mag von MÖTLEY CRÜE halten was man will, aber mit 50 Millionen verkauften Alben gehören sie immer noch zu den erfolgreichsten Rockbands der Welt und ohne sie gäbe es Kapellen wie BON JOVI, SKID ROW und GUNS ’N’ ROSES vermutlich gar nicht. Ach, und was die anfangs erwähnten Umlaute angeht: Die hat sich die Band nach Aussage von Vince Neil auf einer Flasche „Löwenbräu“ abgeguckt, dem Lieblingsbier MÖTLEY CRÜEs. Na dann Prost!

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Mötley Crüe 'Carnival Of Sins' Tracklist
1. Shout at the devil
2. Too fast for love
3. Ten seconds to love
4. Red hot
5. On with show
6. Too young to fall in love
7. Looks that kill
8. Louder than hell
9. Live wire
10. Girls, girls, girls
11. Wild side
12. Too fast for love (Video)
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