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MONGOFÜNF - Das letzte bisschen Heilanstalt

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Artist MONGOFÜNF
Title Das letzte bisschen Heilanstalt
Homepage MONGOFÜNF
Label TIEFDRUCK MUSIK
Veröffentlichung 15.01.2010
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Zurückhaltend sind die fünf Kölner definitiv nicht, die uns da ihr Debütalbum ans Herz legen. Zum einen hauen sie gewaltig auf die Kacke, was das Eigenlob angeht und zum anderen gibt’s auch musikalisch ordentlich was auf die Zwölf.

Bislang hatte ich von Romantik immer eine andere Vorstellung, aber im Opener besingt Herr Sattler ja auch „Restromantik“, da darf es vielleicht auch mal etwas heftiger zur Sache zu gehen. Entsprechend wird auch geshoutet und die Herren Toshek und Schlotterbeck quälen ihre elektrischen Gitarren. Aber tatsächlich blitzt zwischendurch ein Hauch von Romantik auf, wenn der gute Herr Schwartz mit seinem Schlagzeug mehr oder minder allein die Arbeit macht. Vergessen wollen wir natürlich auch nicht Herrn Tutt, der am Bass für den richtigen Groove sorgt. Auf den ersten Blick erstaunen die Songtitel, die man eher mit Gitarren-Pop in Verbindung bringen würde. Vielleicht ist das auch ein bisschen ein Problem der Scheibe: So recht wollen Text und Ton nämlich nicht zusammenpassen. Der Sound ist vielfach zu dominant, als dass man sich wirklich den Texten widmen könnte. „Der Mann, der mit den Füßen spricht“ (aktuelle Singleauskopplung) oder „Die Herren der Welt“ nehmen sich da etwas zurück und lassen mehr Platz für den exzentrischen Gesangsstil. Im übrigen hält man es mit feisten Gitarrenwänden, derben Moshparts und krumm-zickigen Rhythmen, die zum Bangen einladen. Stücke wie„Böser Hund“ oder „Meine sehr verehrten Damen und Herren, verbietet mich“ dürften auch zum Tanzen animieren. Letzteres ist ein gutes Beispiel für Sattlers große gesangliche Bandbreite, neben ultra-aggressivem Gebrülle gibt es auch Passagen, die regelrecht mit verstellter Stimme vorgetragen werden. Wer glaubt, „Die Liebe liegt in Ost-Südwestia“ sei der Titel einer schnulzigen Rosamunde Pilcher-Verfilmung, wird heftig enttäuscht werden. Ebenso heftig wie das Quintett durch den Song prügeln. Doch was erwartet uns bei einem Titel, der „Wo ist Gwen Stefani, wenn man sie wirklich braucht?“ heißt? Auf jeden Fall kein NO DOUBT-Cover. Aber auch keine Antwort auf diese dringende Frage. Stattdessen wird für die Aufforderung „Tanz für mich“ noch das passende Material geliefert, wenn der Tanz im Moshpit stattfinden soll. Zum Schluss wird noch „Die Attacke der Individualverformer“ gefahren, die kräftesparend beginnt, dann aber aufs Ganze geht.

MONGOFÜNF sind wohl nicht unbedingt political correct, nimmt man Bandnamen und Plattencover unter die Lupe, aber ich gehe mal davon aus, dass es sich um eine putzige Selbsteinschätzung der Jungs handelt. Bei der Selbsteinschätzung ihres Erstlings haben sie vielleicht eine Idee zu hoch gegriffen. Die 13 Songs sind ordentlich abgeliefert worden, bieten jedoch nicht wirklich Neues.

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Mongofünf 'Das letzte bisschen Heilanstalt' Tracklist
1. Restromantik
2. Alles wird gut
3. Der Mann, der mit den Füßen spricht
4. Die Herren der Welt
5. Böser Hund
6. Meine sehr verehrten Damen und Herren, verbietet mich !
7. Kleines Stück
8. Auch Ann-Sophie
9. Ein oder mehrere Buhmänner
10. Die Liebe liegt in Ost-Südwestia
11. Wo ist Gwen Stefani, wenn man sie wirklich braucht ?
12. Tanz' für mich !
13. Die Attacke der Individualverformer
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