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MUSICA DIABLO - s/t

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Artist MUSICA DIABLO
Title s/t
Homepage MUSICA DIABLO
Label H’ART/ SAOL
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Das afro-amerikanische Metal-Schwergewicht Derrick Green meldet sich schon nach einem Jahr Release-Pause zurück im metallischen Business, jedoch nicht unter dem Banner von SEPULTURA, um den Nachfolger vom noch aktuellen Album „A-Lex“ an den Mann zu bringen. Als NITROMINDS-Gitarrist André NM zwecks Gründung eines neuen Thrash-Projektes seine Telefonliste durchging, stieß er wohl ganz zufällig auf die Nummer seines alten Bekannten. Da dessen Hauptprojekt in den letzten Jahren wenig Weltbewegendes auf die Beine gestellt hat, war Green natürlich von Anfang an für die Idee zu haben. Dass seine Position bei SEPULTURA trotzdem als Aushängeschild für das MUSICA DIABLO-Debüt gebraucht wird, war abzusehen. Besser wird man eine unbekannte brasilianische Metalband, die mal gerade zwei Jahre auf dem Buckel hat, kaum pushen können.

Auf der Suche nach dem Ziel der musikalischen Reise bleibt zunächst ein schaler Beigeschmack. Von Seiten des Labels wird mit „brasilianischer Thrash-Brutalität“ geworben. Habe ich es hier letztendlich doch nur mit einem auf oldschool getrimmten SEPULTURA-Ableger zu tun? Weit gefehlt. Oldschool ja, doch wo sich Brasilien versteckt, bleibt ein Rätsel. Ist im Prinzip auch völlig egal, denn bei MUSICA DIABLO regiert klar die Thrash-Keule, und wie sich herausstellt, kann man die auch ohne kulinarische Appetizer eine halbe Stunde lang im Kreis schwingen lassen. Statt nur einem Andreas Kisser stehen dafür gleich mal zwei Andrés an den Langäxten, die, ihre Hosen vor lauter metallischer Männlichkeit beinahe zum Platzen bringend, gleich mit „Sweet Revenge“ den puren Thrash zur Schau stellen. Derbe Riffs und kleine Lead-Gefechte, serviert in punkig schnellem Tempo, öffnen dem Metaller das Herz. Dass KREATOR- und MUNICIPAL WASTE-Platten schon das eine oder andere Mal die Plattennadel der Gitarreros getroffen haben, steht wohl außer Frage, immerhin fing das neue Projekt auch mit Cover-Versionen genannter Formationen an. „Work Out“ und „In The Name Of Greed“ dürfen sich den Namen ANTHRAX auf die Kappe schreiben, da es hier groovig und zur Abwechslung mal im Midtempo voran geht. Auf langsame Nummern pfeift man selbstredend ganz, womit die Platte nach einer halben Stunde auch schon wieder vorbei ist.

Das Biest, welches laut „Live To Buy“ in Jedermanns Schädel aufwartet, haben schließlich auch die fünf Herren von MUSICA DIABLO entdeckt, um es im nächsten Schritt nicht nur frei zu lassen, sondern gleich auf ein diabolisches Medium zu bannen. Käufer erwartet ein aggressives Metal-Album, das wenig mit der Herkunft Brasilien, dafür umso mehr mit dem Westküstensound der US und A gemein hat. Hier stehen nicht die neuen Thrash-Heros (nein, auch nicht mit dem SEPULTURA-Frontmann), aber zum Hören seien Jünger jeglicher Altformationen herzlichst eingeladen, enttäuscht wird keiner sein. Wenn die nächste SEPULTURA-Platte nicht einen Zahn zulegt, können Kisser und Co. bald wohl endgültig einpacken.

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