Terrorverlag > Blog > NEAERA > The Rising Tide of Oblivion

Band Filter

NEAERA - The Rising Tide of Oblivion

VN:F [1.9.22_1171]
Neaera-TheRisingTideOfOblivion.jpg
Artist NEAERA
Title The Rising Tide of Oblivion
Homepage NEAERA
Label METAL BLADE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Andy Classen, Metalblade, Blitzkarriere: Die Zyniker liegen gewiss schon auf der Lauer, um noch vor dem Hören eines einzigen Tons zuzuschlagen. Tatsächlich hat die Plattenfirma im Vorfeld erstklassige Arbeit geleistet, denn wer sich auch nur ein wenig für die harte Szene interessierte, begegnete dem Namen der Band regelmäßig in Portalen, WebZines und im Konzertsaal – zum Beispiel mit HEAVEN SHAL BURN. Wer das für ein Zeichen zunehmender Kommerzialisierung hält, dem schicke ich gerne mein ETERNAL TRAGEDY-Demo. NEARE indes verdienen es, von vielen gehört zu werden.

Noch vor wenigen Monaten schien es, als sei die Vermischung von Metal und HardCore ausgereizt und stagniere auf höchstem Niveau. Man drückte den „Refresh“-Button bei Google und schon wieder stand da eine neue, ehrgeizige und verdammt wütende Formation mit einem klinisch sauber produzierten, intelligent arrangierten und energetisch aufgeladenen Werk. Dieses Genre würde, und das unterschied es von so vielen Trends zuvor, nicht an einem Mangel, sondern einem Überschuss von Qualität zugrunde gehen. „The Rising Tide of Oblivion“ nimmt nun zwei Schritte zurück und bleibt der Konkurrenz dabei dennoch einen voraus. Mehr Metal, weniger HardCore; mehr Growls, weniger Shouts; mehr MAIDEN, weniger PANTERA – so ließe sich in aller Kürze die Losung des Albums zusammenfassen. Genau wie UNEARTH erlauben sich NEAERA ein wenig Freude und entdecken den Spaß am gepflegten Headbangen wieder. Dabei erweisen sie sich als erstaunlich konservativ: Kein Riff hier hat man nicht vorher schon einmal gehört, keinen Refrain nicht woanders bereits mitgegrölt. Doch wen stört das schon, wen die Zutaten so gekonnt und mitreißend zusammengerührt werden? Mühelos wird von Black- zu Deathmetal gewechselt, von roher Härte zum Hymischen, während die Gitarren so schwer wie eine Monstertruck-Dampfwalze die Gehörgänge planieren. „Walls instead of Bridges“ heißt ein Song – ganz genau! Später findet man dann auch zu einer eigenen Sprache: „Hibernating Reason“ klingt wie die Turbo-Variante von „Where is my Head“ der PIXIES und „Where Submission grows“ schiebt Überstunden: Von Double-Bass Salven getragene Kolossal-Riffs münden in Alternativ-Rock Strukturen, welche wiederum von tektonischen Power-Breaks und Mosh-Parts überdeckt werden, durch welche sich der Todesbohrer allmählich wieder einen Weg an die Oberfläche fräst.

Das funktioniert auf Albumlänge gerade deswegen so gut, weil der inzwischen doch etwas überkommene CrossOver Gedanke zugunsten eines Nebeneinanders verschiedener Stile aufgegeben wird. Wir würden sagen: File under Metal. Denn im Vergleich zu den bereits erwähnten UNEARTH gehen NEAERA mit entschieden mehr Groove und Wahnsinn an den Start. „The Rising Tide of Oblivion“ ist frisch und fulminant und hält die Diskussion um den MetalCore am Laufen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

NEAERA - Weitere Rezensionen

Mehr zu NEAERA