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NECARE - Ruin

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Necare-Ruin.jpg
Artist NECARE
Title Ruin
Homepage NECARE
Label FIREBOX
Veröffentlichung 19.04.2004
Leserbewertung
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Welch Glück: Es regnet wieder! Alle, die bereits befürchteten, der Sommer sei schon ins Land gezogen, um die Zeiten genüsslichen Selbstmitleids und wohltuender Depressionen zu beenden, dürfen sich über das Deutschland heimsuchende Wettertief freuen, über den trübseligen Blick aus dem Fenster, über kalte Straßen und nebelverhangene Felder. Und als hätten sie es geahnt, werfen die Amerikaner von NECARE ein Album so dick und schwer wie eine Zyklopenträne auf den Markt, um die Suchenden zu bedienen und das Leid zu lindern.

Denn genau hierum geht es auch inhaltlich bei diesem Projekt: Um die Verarbeitung von Schmerzen, von den Wunden, welche Tod und Dahinscheiden den Lebenden zufügen und die Unmöglichkeit, das einmal Geschehene rückgängig zu machen – nicht umsonst ist die Schlüsselstelle von „Ruin“ die endlose Wiederholung der wenigen Worte am Ende des unwiderstehlichen „Desire“: „Desire – what have I done?/ What have I become?“. Vom ganzen Ansatz her ist dieses Projekt, im krassen Gegensatz zu vielen anderen Formationen aus dem Doom-Bereich, nicht minimalistisch, sondern vielmehr nihilistisch angelegt, ohne dabei allzu lange in orchestralen Passagen oder ausschweifenden atmosphärischen Intros zu schwelgen: Nach einem spannungsgeladenen Instrumental, welches den Hörer mittels gezupft schnarrender Saiten, tief vibrierender Flächen, zarter Geige und gedämpfter, aus dem Off hereinbrechender Gitarrendetonationen in den Hauptteil des Albums zieht, entfalten sich die Stücke ohne Umwege, lassen die Magengrube mit schweren Bässen und drückenden Gitarren erschüttern. Obwohl die Arrangements vielseitig sind und mehr als einmal die Erwartungen in die Irre führen, hat jeder Track einen ausgeprägten Songcharakter, erhalten viele Stellen durch wohldosierte Wiederholung die Wirkung mächtiger Refrains und klingen das bereits genannte „Desire“, sowie das dreizehnminütige „Celia“ in sich hypnotisch um sich selbst windenden Harmonieschleifen aus. Spätestens dann wird einem klar, an wen man sich hier erinnert fühlt: Die getragenen, doch einprägsamen Songs, die prominenten, aber immer zweckdienlichen Streicher und die zentral positionierten Vocals des lediglich mit dem Pseudonym „R.H.“ genannten Frontgrowlers machen diese Band zu einer Art heftigeren Variante der Suizid-Sympathisanten von TYPE O NEGATIVE – fürwahr kein unfreundlich gemeinter Vergleich.

Auch die Parallelen zu den vom Label herangeführten Doombands der frühen 90’er sind nicht völlig von der Hand zu weisen, lenken aber davon ab, dass NECARE ganz und gar nicht wie gewiefte Retro-Rocker, sondern äußerst frisch und beinahe belebend auftreten. Bei aller Freude an den Molltönen und traurigen Elegien: Da meint man bereits die Sonne durch die Wolkendecke brechen zu sehen.

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Necare 'Ruin' Tracklist
1. Stillborn twilight Button MP3 bestellen
2. Rite of shrouds Button MP3 bestellen
3. Desire (The dawn & the chrysalis) Button MP3 bestellen
4. Canto XXXIV Button MP3 bestellen
5. Ruin Button MP3 bestellen
6. Celia Button MP3 bestellen
7. Gethsemane Button MP3 bestellen
8. Waters of quiet Button MP3 bestellen
9. Touching eternity
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