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NECROPHONIE - Sm0002

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Necrophonie-SM0002.jpg
Artist NECROPHONIE
Title Sm0002
Homepage NECROPHONIE
Label SOTTOMONDO EDIZIONI
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Je öfter ich den 50 Minuten und 24 Sekunden „real post-Aktionist death-music manifesto“ (Zitat Promosheet) lausche, desto besser gefallen sie mir. Hinter NECROPHONIE verbirgt sich erstmal ein Duo bestehend aus Devis G. (TEATRO SATANICO, LUNUS, DEV) und M. Nothing (aka M. Corbelli/ ATRAX MORGUE) – mit „Sm0002“ bringen sie Tracks heraus, an denen sie offenbar in den letzten Jahren noch etwas herumgefeilt haben, denn ein paar Sachen wurden schon Mitte der 90er über Slaughter Productions veröffentlicht. (Ein Umstand, der ein paar Betitelungen vielleicht annähernd erklärt.) Was genau noch dazugekommen ist, kann ich leider nicht beurteilen – lediglich das Ergebnis weiß mich zu erfreuen. Dass hinter dem ganzen Projekt auch wirklich denkende Köpfe stecken, beweist nämlich schon der Name, durch welchen der Vorgang des Wiederbelebens eigentlich ‚toter‘ Aufnahmen beschrieben wird: NECROPHONIE. Außerdem wird dem Hörer vielleicht auch dadurch das Ausmaß dessen verdeutlicht, wenn er sich folgendes Bewusst macht: „Noise ist nicht die Verneinung grammatikalischer Formen, sondern eher eine ansonsten unaussprechliche Geltendmachung von Sprache. Genau genommen enthüllt nur Noise die rein semantischen Werte musikalischer Spielereien. Noise ist mehr als Musik.“

„Music pertains to entertainment, Noise pertains to reality“, lassen die Verantwortlichen weiter verlauten und auch aufhorchen. Zwar gestaltet sich meine Wirklichkeit meistens nicht ganz so konfus und seltsam, aber ihr Grundtenor dürfte mit meinem übereinstimmen. Das Problem ist jetzt eigentlich, wie ich das beschreiben könnte, was da aus meinen Boxen schallt. Mein erster Höreindruck war z. B. beim Opener „0=1996u4.166“ eher gespalten, denn im Hintergrund kann man lässiges Drumming vernehmen, was vielleicht etwas schlecht abgemischt klingt. Darüber ein indifferentes Rauschen. Und irgendwie geht es so die ganze Zeit weiter. Wenn auch erstaunlicherweise relativ abwechslungsreich. „71.2314.2011.m10“ erinnert mich mal wieder an eine Sequenz aus einem Film, und zwar an die Szene aus „Irreversibel“, als sich Marcus und ‚der Philosoph‘ durchs Rectum hindurch zu Taenia fragen. Die Atmosphäre ist drückend und angespannt, die Kamera und die Musik pulsieren durch die verschlungenen Gänge. Genial.

Tatsächlich kann man zu dem Album nicht nur zugedröhnt auf seinem Bett liegen oder es in Dark Rooms hören (das waren nur Anwendungsbeispiele, nicht unbedingt -empfehlungen), sondern auch tanzen: der achte Track, „1996u1,“ wartet mit harten Beats und ziependen Synths auf und fegt Adrenalin durch die Venen. NECROPHONIE besteht aus Power Electronics, abstraktem Pulsieren und analogen Synth-Drones. Gut geeignet zum Einschlafen und Aufwachen, Staubsaugen und Tanzen. „Noise is just what it is: Noise. Noise does not conceal.” Als Goodie gibt es übrigens noch ein Video zu dem Track „m11.10.9.3.11.m8“, welches aber auch „nur“ aus psychedelischen Farbspielen besteht.

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