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NEKYIA ORCHESTRA - Magnum Chaos

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NEKYIA ORCHESTRA
Artist NEKYIA ORCHESTRA
Title Magnum Chaos
Homepage NEKYIA ORCHESTRA
Label Eigenvertrieb
Leserbewertung
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9.4/10 (8 Bewertungen)

Das im Herbst 2012 als Instrumentalband gegründete und ein Jahr später mit Sänger Felix Hoff zum Quintett aufgerüstete Post Metal-Monster NEKYIA ORCHESTRA veröffentlicht dieser Tage in kompletter Eigenregie sein Debütalbum „Magnum Chaos“. Thematisch befassen sich die Berliner darauf überwiegend mit griechischer Mythologie, was sich auch ohne die entsprechende Randnotiz im Promo-Info anhand der Songtitel erschließen ließe.

Der Opener „Odyssey“ handelt dann auch folgerichtig nicht nur von Homers gleichnamigem Epos, sondern IST gleichsam eine eben solche, die den Hörer durch verschiedenste Klanglandschaften des harten Stahls führt. Gleich zu Beginn überlagern sich Blastbeats und schwarzmetallische Gitarren mit einem stoischen Midtempo-Sludge-Beat und geben sich in der Folge mit MESHUGGAH-Riffs und deutlichen Progressive-Anleihen die Klinke in die Hand. Ähnlich komplex geht es auch weiter. Das verspielte „Charon“ zum Beispiel paart kernige Crossover-Grooves mit dröhnendem Doomcore und erinnert dabei atmosphärisch zuweilen an mit Amphetaminen voll gepumpte CULT OF LUNA. „Athena“ wiegt einen zunächst in der zweifelhaften Sicherheit von kargem Funeral Doom, steigert sich dann jedoch in wilde Djent-Hysterie, bevor in „Medusa“  der Tech Death Einzug hält (DEATH, anyone?). Man könnte endlos so weiter machen. Klingt nach „Magnum Chaos“? Ist es auch. Aber es gibt jemanden, der das Chaos lenkt, das Kollektiv, das die losen Enden der roten Fäden zusammenführt. Rote Fäden wie die unglaublich donnernden Drums, den prägnant pulsierenden Bass oder die gekonnt inszenierte Zerrissenheit der Seele der Musik, die sich in permanenter Boshaftigkeit ihren Weg durch die dornenreiche und weit verzweigte Hecke aus geradezu aberwitzigen Gitarrenriffs bahnt. Wichtiger noch: NEKYIA ORCHESTRA geben ihren verkopften Epen, wie zum Beispiel dem über zwölfminütigen „Alkestis“, genügend Raum, sich in ihrer gesamten Wucht und dunklen Dramatik zu entfalten, ohne dabei zum hektischen Stückwerk zu werden. So ist man dann am Ende, nachdem der letzte Ton des Titel gebenden, sphärischen Outros „Magum Chaos“ verklungen ist, zwar bis zum Anschlag abgefüllt mit schneidenden Riffs, vertrackten Rhythmen und einem großen Klumpen Hass, dennoch stellt sich dabei niemals das Gefühl der Überforderung ein. Denn trotz aller Komplexität nimmt einen das Album in gewisser Weise an die Hand und führt einen behutsam in ganz eigener Manie(r) zu seinem innersten Kern.

Fazit: „Magnum Chaos“ ist ein bretthartes, durchweg düsteres und extrem vielschichtiges Werk von einer Band, die aus ganz offenbar ebenso ambitionierten wie hochklassigen Musikern besteht. Freunde von Genregrößen wie beispielsweise THE OCEAN, INTRONAUT oder auch AMEN-RA sollten sich NEKYIA ORCHESTRA ganz groß auf den Zettel schreiben. Top!

1 Kommentar

  1. methop sagt:

    Album als auch Review sind ganz große Klasse. Und selbst live nehmen einen die Jungs trotz kurzer Auftrittszeit durch alle Abschnitte des Hades mit und lassen keine Wünsche offen…(vor ein paar Tagen in Braunschweig gesehen). Eines der Alben des Jahres für mich!

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