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NEUES KOMBINAT - A.I. Artificial Innocence

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Artist NEUES KOMBINAT
Title A.I. Artificial Innocence
Homepage NEUES KOMBINAT
Label INTELLIGENT COMMUNICATIONS
Leserbewertung
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Wird so die zukünftige Familien-Haus-Musik klingen? Diese Frage steht auf dem beiliegenden Infoblatt zur Debüt CD. Kein Wunder, das Projekt ist ja ein Familienunternehmen im wahrsten Sinne des Wortes, denn neben Sabine und Harry wirkten noch die beiden Kinder Nina (6) und Colin (3) an dem Album mit. Irgendwie kam mir der Bandname NEUES KOMBINAT bekannt vor. Genau, da gab es doch schon mal eine Gruppe namens DAS KOMBINAT. Die vier Mädels aus München machten modernen Elektropop mit 90er Techno Einflüssen. Ihre 11 Track CD “Lomographic” erschien ebenfalls auf Intelligent. Ein Mitglied, eben Sabine, reaktivierte ihre Musikkarriere und es entstand logischerweise: NEUES KOMBINAT.

Retro, gerade 80er Mucke, ist ja zurzeit unglaublich angesagt, was sich auch in den Charts widerspiegelt, ob nun als (meist schlechte) Coverversionen oder als eigene Komposition mit 80er Anleihen (GWEN STEFANI). “A.I. Artificial Innocence” ist so ein Album, welches sich mit dem 80er Sound befasst. Hier wird alles in einem Topf geworfen und verrührt. Mal klingt es nach CLIENT („Isolation“, „Licht“), mal nach den Elektropionieren KRAFTWERK („She-Robot“, „Es Denkt!“). Auch 2RAUMWOHNUNG würde ich mit anführen, machen auch sie Popsongs mit eben diesen Sounds. Der Gesang von Sabine, eine Art Sprechgesang, erinnert mich ein bisschen an ANNE CLARK, ohne sie dabei zu kopieren. “New Generation” kommt der Sache ganz nahe, hört sich der Anfang des Tracks doch verdammt nach der Frühphase der englischen Musikpoetin an. Die Musik ist aber nicht ganz so düster. Im Gegenteil, einige der Songs geizen nicht mit Ironie, was besonders bei “Danke!” auffällt. Sabine bedankt sich darin bei jemandem, der ihr besonders auf dem Wecker geht. Und das so glaubhaft, das man ihr am Schluss die Kraftausdrücke wie A”piep”loch und A”piep”geige (ist so auf CD drauf!) nicht übel nimmt, sondern darüber schmunzelt. Auch eine Ballade wurde auf den Silberling gepresst: “Immer Noch”, ein wunderschönes Duett mit Harry. Bei “Es Denkt!” kommen dann die beiden Kleinen zum stimmlichen Einsatz. Mit Sicherheit sind es auch die beiden, die auf dem Cover abgebildet sind. Und natürlich gibt’s noch was für die Tanzfläche. Zu “Consumer Baby” kann so richtig gezappelt werden.

Was besonders begeistert sind die üppigen Effekte in den Songs, kein Wunder bei dem Maschinenpark. Soll man dem Booklet glauben schenken, sind auch jede Menge analoge Geräte zum Einsatz gekommen, und man hört es auch. Es liest sich wie ein who is who der analogen Synthies: Moog Prodigy (vielleicht der Namensgeber der engl. Dance- bzw. Electronicpunks), Sequential Circuits Pro One, Roland JD 800, der unverwüstliche Korg MS 20 usw. Ich oute mich hier als Freund der analogen Synthis und ich finde, die Produktion hört sich durch den Einsatz dieser Geräte viel voluminöser an. Genauso argumentiert bestimmt auch ein Vinylliebhaber, der immer meint, dass der bessere Klang von der Langrille kommt.

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