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NEUN WELTEN - Vergessene Pfade

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Neun-Welten-Vergessene-Pfade.jpg
Artist NEUN WELTEN
Title Vergessene Pfade
Homepage NEUN WELTEN
Label AUERBACH TONTRÄGER
Veröffentlichung 27.10.2006
Leserbewertung
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7.3/10 (6 Bewertungen)

Auf ihrer Homepage begrüßen uns die NEUN WELTEN mit einer Darstellung eben jener; die nordische Mythologie hat es dem Quintett aus Halle bzw. Leipzig angetan, welche sich auch wie ein roter Faden durch ihre bisherigen Veröffentlichungen zieht. Ursprünglich waren drei der Gründungsmitglieder in der Black Metal Formation INSOMNIA ASTRORUM aktiv, doch an einem Lagerfeuer irgendwo im thüringischen Wald im Jahre 2001 fasste man den Entschluss, die eigenen Visionen ruhiger umzusetzen. Nach den beiden MCDs „Auf ewig Wald“ und „Valg“ sowie einer Nominierung für den Ruth Newcomer Folkpreis haben sie nun beim renommierten Auerbach Label eine Heimstatt gefunden. Das Langdebüt beschert uns 10 Kompositionen unterteilt in 3 Kapitel, inklusive dem Livestück „Heidennacht“. Zur Besetzung gehören aktuell 5 Musiker, die sich an Instrumenten wie Flöte, Violine, Klarinette oder Akustikgitarre austoben. Lediglich einen Sangeskünstler wird man vergeblich suchen, wenngleich es Ausnahmen von der (Instrumental-)Regel gibt…

Eröffnet wird der Reigen durch das Kapitel „Nebelung“, bekanntermaßen eine alte deutsche Bezeichnung für den November – abgesehen davon firmieren auch ein Neofolk Duo und eine Katzenrasse unter jenem Namen, von diesen beiden Bedeutungen können wir hier aber wohl Abstand nehmen. Mit „Valg“ und „Nebelland“ sind in dieser Sektion gleich 2 Titel der schon erwähnten 2004er EP enthalten, der Opener beginnt mit einem weit entfernten „November“-Gewitter, dessen Ausläufer alsbald von zarten Akustikgitarren übertönt werden. Nach kurzer Spielzeit setzen Flöte und Schlagwerk ein, welches zwar kräftig daherkommt, sich aber nie in den Vordergrund drängt. Bedingt durch die melodieführende Violine werden Anklänge an den Irish Folk ersichtlich, garniert mit einer ordentlichen Portion sehnsüchtiger Melancholie. Diese zieht sich wie ein roter Faden durch die zerbrechlich wirkenden Lieder, welche voller Anmut das Ohr des aufmerksamen Hörers umgarnen. Bei „Walden“ ertönt das erste Mal kurz ein dezenter Frauenchor, der uns später bei „Svartalfheim“ noch einmal wieder begegnen wird. Zumeist verbleibenden die Instrumente allerdings unter sich, bauen liebliche Stimmungen auf, frickeln nie um ihrer Selbst willen. Man mag sich unschuldige Elfen vorstellen, die um den Weltenbaum Yggdrasil herumtanzen und springen, wenn dieses Bild nicht so kitschig verbrämt wäre. „Nebelland“ ergänzt den Soundkosmos um einige zittrig-zigeunereske Streichermelodien, ein wohltuender Ausbruch aus dem etwas limitierten Soundkorsett. Beim Mittelteil („Nordwind“) fällt insbesondere das bereits angesprochene „Svartalfheim“ (Wohnort der Dunkelalben) aus dem Rahmen, hier wird männlich geflüstert wie weiblich gesungen, ob es sich hier wohl um die Alben selbst handelt? Die allseits beliebte „Sonnwend“ schließt unsere mystische Reise ab, wobei insbesondere „Midsommer“ einige Klassik-Anklänge aufweist. Beim darauffolgenden „Tamtrollbach“ handelt es sich gar um das erste Liedgut dieser Formation überhaupt, man denke wieder an den Tanz um das Lagerfeuer. Die abschließende Bühnenaufführung „Heidenacht“ enthält mit einer Art Krächzen ein kleines Artefakt vergangener Metal Zeiten, welches aber überhaupt nicht wie ein Fremdkörper wirkt.

Einfach nur „schöne“ Musik voller Anmut und Melancholie, für die man natürlich einen gewissen Draht besitzen muss, der bei der Mehrheit in unserer lauten Zeit verkümmert ist. Auch angenehm unbeleckt vom vielfach ideologischen Neofolk wirkt dieser naturmystische Reigen frisch und gehaltvoll, ohne ganz frei zu sein von langatmigen Parts. Aber NEUN WELTEN stehen ja auch noch ganz am Anfang ihrer musikalischen Karriere… beschreitet gemeinsam mit Ihnen die zu Unrecht vergessenen Pfade!

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Neun Welten 'Vergessene Pfade' Tracklist
1. Nebelung: Valg
2. Nebelung: Walden
3. Nebelung: Nebelland
4. Nordwind: Nahend Zauberwald
5. Nordwind: Auf kargem Fels
6. Nordwind: Svartalfheim
7. Sonnwind: Midsommer
8. Sonnwind: Tamtrollbach
9. Sonnwind: Jötunheim
10. Sonnwind: Heidenacht (Live)
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