Terrorverlag > Blog > NICK & JUNE > My November My

Band Filter

NICK & JUNE - My November My

VN:F [1.9.22_1171]
NICK & JUNE
Artist NICK & JUNE
Title My November My
Homepage NICK & JUNE
Label ADP RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.6/10 (5 Bewertungen)

Hinter NICK & JUNE stecken die beiden Nürnberger Nick Wolf (Gesang, Gitarre, Mandoline, Banjo, Ukulele, Harmonika und Perkussion) und Julia Kalass (Gesang, Keys, Piano, Orgel, Harmonika, Melodica und Glockenspiel). Auf dem Zettel haben die beiden (die von weiteren Musikern unterstützt werden) akustischen Indie-Folk-Pop, der mit dem Konzeptalbum „My November My“ in die zweite Runde geht.

Erzählt wird mit verträumt-bittersüßen Melodien die Geschichte des ‚November Boys’, der schwer enttäuscht von Welt und Menschheit, verbittert und selbstgerecht, aber auch reflektiert und selbstanklagend seine Gedanken in zwölf Kapiteln (sprich: Songs) erklärt, um letztlich Abschied zu nehmen. Herausragend ist bei diesem Dutzend Lieder die fragile Seelenwundheit, die sich insbesondere in den beiden bezaubernden Stimmen der beiden namensgebenden Musiker ausdrückt. Zugleich wissen auch die epischen und ausgefeilten Songstrukturen zu überzeugen. Es überwiegen die leisen Töne, nichtsdestotrotz fehlen auch tiefe Paukenschläge und markige Marschrhythmen nicht. So darf zum dezent-beschwingten „The Universe: Tiger“ auch getanzt werden und wenn die „Ohhh-Ohhh-Ohhh“-Gesänge von „The Departure: Ships & Flags“ einsetzen, klingt das wie eine Einladung zum Mitsingen. „The Farewell: Home Is Where The Hurts Pt.1“ betört mit einer Bittersweetness, die zu Herzen geht und bei aller Schwermut ein Lächeln aufs Gesicht zaubert, während „The Pilgrim: The Sea Told Me” mit seinem Minimalismus eine fast schon greifbare Ausweglosigkeit zum Ausdruck bringt. Da wirkt das vorwitzige Banjo des rhythmusbetonten „The Town: London City, It’s Killing Me“ geradezu befreiend, ehe „The Exidus: „Autumn Bird“ die Weichen auf entrückte Slow Motion stellt. „The Monsters: „Once In A Life“ wirkt im Vergleich direkter und weniger sperrig, um schließlich mit „The Constitution: Homeland“ und „The Epilogue: I & Love &“ den unausweichlichen Abschied einzuläuten, der jedoch bei aller Verzweiflung nicht ohne einen gewissen Hoffnungsschimmer daherkommt.

Vergleiche mit ANGUS & JULIA STONE oder THE SWELL SEASON drängen sich bei NICK & JUNE fraglos auf. Gleichwohl verfügt das Duo, das live seit neuestem auch von Schlagzeug und Bass unterstützt wird, über eine ganz eigene, unverwechselbare und filigrane Handschrift, die bestens dazu geeignet ist, seinen Tagträumen nachzuhängen und in eine wohlige Folk-Pop-Melancholie einzutauchen. Und da sage noch einer, der November habe nicht auch seine schönen Seiten!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu NICK & JUNE