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NIEDOWIERZANIE - Attendre

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Artist NIEDOWIERZANIE
Title Attendre
Homepage NIEDOWIERZANIE
Label REUE UM REUE
Veröffentlichung 01.11.2011
Leserbewertung
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Ein französischer, „namenloser“ Künstler, der im Berliner „Exil“ lebt. Ein polnischer Projektname, der übersetzt so viel wie „Misstrauen“ heißt. Ein bekanntes Avantgarde-Label, Heimat vieler schräger und überaus liebenswürdiger Tonträger. Eine auf 198 Hand-verlesene Ausgaben limitierte Veröffentlichung im schwarzen Vinyl. Das sind die Rahmenbedingungen für „Attendre“, das 2te Album der Ein-Mann-Musik-Schmiede NIEDOWIERZANIE. Nun kann man sich darunter nichts oder auch alles vorstellen, die Vorfreude ist auf jeden Fall geweckt, zumal wenn man den Sampler Beitrag zum „Germanick Blitztour“-Release sein Eigen nennt.

„Attendre“ bedeutet so viel wie „Warten“ oder auch „Abhängen“, um etwas umgangssprachlicher zu werden. Und das passt einerseits bestens zum Cover Motiv der beiden noblen Rösser in Berg-Karabach (stellvertretend für das große weite Nirgendwo) als auch zum Sound der 12 Stücke, die ich mal in das Format „Mediterranean Melancholic Folk“ pressen möchte. Elegische Songperlen, die eine sehnsüchtige Stimmung transportieren, meditativ, in sich selbst ruhend, voller kleiner Details. Streicher oder auch ein wunderbar eingesetztes Akkordeon versetzen den Hörer in die Weite unberührter Landschaften, vorzugsweise an entlegene Steilküsten, an denen sich das Wasser seit Jahrhunderten bricht. Sehr prosaische Beschreibung, zugegeben, doch Titel wie „La Boule A Rouffe“ oder „O‘ Baazigar“ sind pures Kopfkino, Letztgenannter ein bizarrer Totentanz, ein Ton gewordenes „Tod in Venedig“, die Starre vor dem Schluss. „Lait Fraise“ wiederum erinnert an verspielte Morricone-Soundtracks, während „Paranoia“ als Abschluss der A-Seite eher dem Ambient-Genre zuzurechnen ist. Dabei ist das Ganze durchaus nachvollziehbar komponiert, Song-orientiert, und auch Hörer abseits des Experimentellen könnten nach kurzer Eingewöhnung daran Gefallen finden.

Ein ausgezeichnetes Stück post-mediterraner Extravaganz (hier zitiere ich wirklich einmal den Pressetext) voller subtiler Schwingungen. Man wird unweigerlich entschleunigt, hinaus aus der hektischen Alltagswelt in eine zeitlose Weite intensiven Fühlens. Insbesondere eine Empfehlung für Freunde von NOVÝ SVĚT und Co.!

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