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NIGEL WRIGHT - Millfoil

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Nigel-Wright-Millfoil.jpg
Artist NIGEL WRIGHT
Title Millfoil
Homepage NIGEL WRIGHT
Label BUTTERFLY COLLECTORS
Leserbewertung
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9.4/10 (5 Bewertungen)

NIGEL WRIGHT ist in einer Künstlerfamilie aufgewachsen, die ziemlich abgeschieden in den Bergen der Blueridge Mountains in Georgia lebt. Über die Malerei ist der heute 18-jährige zur Musik gekommen, indem er anfing, mit der Gitarre seines Vaters Songs zu schreiben. Dem akustischen Sechssaiter ist NIGEL WRIGHT treu geblieben und hat im Home-Studio mit einem Acht-Spur-Recorder sowie diversen Mikros sein gefühlvolles Debüt-Album „Millfoil“ aufgenommen.

Das war vor zwei Jahren, zwischenzeitlich wurde das Label Butterfly Collectors zufällig bei Soundcloud auf den folkigen Singer-/ Songwriter-Stuff aufmerksam und holte Wright nach Deutschland, um die neun Songs zu remastern. Die Lo-Fi-Stimmung wurde beibehalten und so präsentiert NIGEL WRIGHT seine sparsam instrumentierten Songs mit klarer Stimme. Überwiegend findet diese nur durch die besagte Klampfe Begleitung, bisweilen hört man dezente Klavierakkorde und eine zweite, prägnantere Langaxt, insgesamt bleibt der Sound jedoch zurückhaltend, was aber zu keiner Zeit langweilig wirkt. Vielmehr nimmt der Jungspund, dem man seine zarten 18 Lenze nun wirklich nicht anhört, gleich mit dem Opener „Advance“ gefangen. Laute und leise Passagen wechseln sich ab, hier und da ein jaulender Gitarrenriff und ein wenig Pianogeklimper – das klingt unspektakulär und ist tatsächlich von unprätentiöser Schönheit. Die kommt beim nachfolgenden „Side Effects“ fast in Gänze ohne Gesang aus, während das ruhige, emotionsgeladene „Upside“ ein wenig an die Anfänge der BRIGHT EYES und ihren Frontmann Conor Oberst denken lässt. Kopiert wird bei diesem Erstling allerdings keineswegs: Nigel hat seine ganz eigene Handschrift, die für seine jungen Jahre erstaunlich ausgeprägt entwickelt ist und sich bis zum abschließenden Titeltrack „Millfoil“ mit seinen Fingerpickings absolut hörenswert präsentiert.

NIGEL WRIGHT macht zweifelsohne keine Musik zum Nebenbeihören. Die Intensität und Tiefe der neun Tracks bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, doch es lohnt sich, diese zu investieren. Mal ganz davon abgesehen, dass der Jungmusiker allein mit seinem Aussehen, die Herzen unzähliger Teenies gewinnen dürfte, bringt er eine ungewöhnliche Ernsthaftigkeit und Detailverliebtheit mit, die man mit einem 16-jähigen (älter war Nigel schließlich bei seinen Home-Recordings nicht) eher nicht unbedingt in Zusammenhang bringen würde.

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