Terrorverlag > Blog > NILE > Those Whom The Gods Detest

Band Filter

NILE - Those Whom The Gods Detest

VN:F [1.9.22_1171]
Nile-Those-Whom-The-Gods-Detest.jpg
Artist NILE
Title Those Whom The Gods Detest
Homepage NILE
Label NUCLEAR BLAST
Veröffentlichung 03.11.2009
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (4 Bewertungen)

NILE zu hören ist wie einer Wildschweinhorde bei wildem Lauf durch das Unterholz zu lauschen – allerdings mit Ballettschritten.

NILE sind die Speerspitze des extremen technischen Death Metal, weil sie wie keine andere Band ihre enormen musikalischen Fähigkeiten nutzen, um phantastische Songs zu schreiben, die kraft des Ägypten-Images vor Atmosphäre nur so strotzen. Dabei erfindet die Band auch nicht immer das Todesmett neu: so könnten viele Grundriffs problemlos auch aus dem Fundus von CANNIBAL CORPSE oder MORBID ANGEL stammen, siehe im Falle dieser neuesten Großtat etwa das zweite Stück „Hittite Dung Incantation“. Zur kleinen lebenden Szene Legende wurden NILE jedoch durch ihre Interludien, bei denen sich der Hörer wirklich wie bei einer rituellen ägyptischen Feier fühlt und sich der Gedanke aufdrängt, dass schon der alte Ägypter am liebsten mit superhartem amerikanischen Death Metal die wichtigsten Akte des öffentlichen und religiösen Lebens begangen haben könnte. Insofern sind NILE als große Illusionisten wahrhafte Entertainer und ein wenig die pechschwarze und akustische Seite hinter Indiana Jones.

Ich zähle mich wie so viele NILE-Anhänger seit ihrem Riesenwurf „In Their Darkened Shrines“ zu den ganz großen Fans. „Those Whom the Gods detest“ ist mittlerweile das dritte Album seit diesem Meilenstein und man könnte dazu neigen, einen Startschuss wie „Kafir!“ so langsam als Selbstverständlichkeit zu nehmen. Sollte man aber nicht und ich tue es auch nicht! „Kafir!“ ist eine Blaupause dessen, was NILE mittlerweile in der Lage sind, der Szene zu schenken. Es ist eine knapp siebenminütige Minioper, die nach einer technischen Death Metal Ouvertüre mit einem förmlich hingefluchten „Kafir!“ in die Vollen geht. Kafir ist das islamische Wort für Ungläubige und die singende Hauptfigur brüllt es immer wieder heraus: „There is no God!“ An dieser Stelle kann schon gut auf eine der ganz großen Qualitäten der Band verwiesen werden: wohl keine andere Band im Death Metal Circus schafft es so wie NILE, Texte in Stimmungen umzusetzen, aus Musik und Worten eine solche Einheit zu bilden. Schon mit dem Albumvorgänger „Ithyphallic“ konnte man beim Gebrauch des Textblattes erkennen, dass hier eine Band ein bislang nicht bekanntes Niveau erreicht hat und ich bin schon jetzt gespannt auf die neuen Texte. Diese scheinen erneut vom Feinsten und Spannendsten zu sein.

Zudem punkten NILE immer wieder mit einer weiteren Qualität, die in ihrem Genre so typisch nicht ist: sie scheuen sich nicht, auch einmal relativ einfache Mördergrooves an die Seite der Frickeleien zu stellen. So gelingt es ihnen wieder und wieder kleine Hits zu schreiben, die dich gerade durch den Kontrast zum übrigen technischen Zeux ausrasten lassen. Und auch Dich! Und bald vielleicht auch DICH! So zum Beispiel wunderbar (und selbstverständlich moshend) zu bestaunen in „Utterances of the Crawling Dead“ oder dem einfach überragenden „4th Arra of Dagon“, das mit geradezu hypnotischen Chören fasziniert, die wiederum die pechschwarze Antipode zum BLIND GUARDIAN Geschmetter abliefern. Im weiteren Verlauf des Albums kriegen auch die „Darkened Shrines“ Jünger noch den einen oder anderen High Speed Techno Death Super Knüppel zwischen die Augen oder Hoden oder wohin auch immer. Für mich sind jedoch noch zwei weitere Songs von besonderem Interesse. Da wäre zum einen der Titelsong, der vor allem für diejenigen das Highlight sein könnte, die an NILE insbesondere ihre progressive Seite lieben. Nebenbei zeigen NILE mit diesem Stück, dass MORBID ANGEL den extremen Grunzschlürfer scheinbar bei ihrer ägyptophilen Konkurrenz gelernt haben. Hier ziehen NILE alle Register und es gehört zu den Einzigartigkeiten der Band, dass sie alle Register drauf hat. Dies ist aber noch nicht der Höhepunkt. Den sparen sich die Amerikaner für das Ende auf: „Iskander D’hul Karnon“ kontrastiert harten, schnellen und groovigen Death Metal erst mit einer jammernden Blues Gitarre und dann mit einem PSYCHOTIC WALTZ Gedächtnislead. Das habe ich so noch nicht gehört und zeigt NILE als eine Formation, die mittlerweile VÖLLIG eigenständige Musik in einem Genre komponieren kann, von dem man oft so leicht denkt, dass die wirklich wichtigen Sachen durch und gemacht sind.

Solche Dogmen verlieren bei NILE ihre Gültigkeit. Da man einer Band wohl kaum ein größeres Lob aussprechen kann, soll es das hiermit auch gewesen sein. NILE Jünger werden die Rezi sicherlich erst im Besitz der Scheibe weiter lesen. Allen anderen sei es dringend ans Herz zu legen, dieser begnadeten Combo etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Nile 'Those Whom The Gods Detest' Tracklist
1. Kafir ! Button MP3 bestellen
2. Hittite Dung Incantation Button MP3 bestellen
3. Utterances Of The Crawling Dead Button MP3 bestellen
4. Those Whom The Gods Detest Button MP3 bestellen
5. 4th Arra Of Dagon Button MP3 bestellen
6. Permitting The Noble Dead To Descend To The Underworld Button MP3 bestellen
7. Yezd Desert Ghul Ritual In The Abandoned Towers Of Silence Button MP3 bestellen
8. Kem Khefa Kheshef Button MP3 bestellen
9. The Eye Of Ra
10. Iskander D'hul Karnon
Nile 'Those Whom The Gods Detest' online bestellen
Verkäufer Porto Preis
Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) Amazon.de NEU (ab EUR 20,00 Porto frei) € 3 € 13,81 Online bestellen
Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) Amazon.de Marktplatz (Gebraucht) € 3 € 2,56 Online bestellen
Amazon MP3 Downloads Amazon MP3 Downloads - € 1,09 Online bestellen
NILE - Weitere Rezensionen

Mehr zu NILE